«Laufen bedeutet Leben»

Der 31-jährige Netserab Mesfun ist seit gut einem Jahr in der Schweiz. Der Asylbewerber aus Eritrea, der im Moment in Wolhusen lebt, hat sich in den letzten Monaten eifrig auf den Halbmarathon in Luzern vorbereitet. Sein grösster Wunsch ist es, einmal auf internationalem Niveau mithalten zu können.

Seine dunklen Haare trägt Netserab Mesfun kurz geschnitten, die dunkle Sportjacke ist bis oben geschlossen. Der schmale Mann wirkt schüchtern, beim Gespräch zögert er aber kaum und erzählt geduldig seine Geschichte.

«  Laufen ist mein grosser Traum. Irgendwann möchte ich als Profi an grossen, internationalen Wettkämpfen dabei sein. »

Netserab Mesfun

Er habe fünf Geschwister und sei in einer kleinen Stadt in Eritrea aufgewachsen. Schon als Kind sei er gerne gelaufen. Als er nach der Schule ins Militär musste, habe er dort alle Wettkämpfe gewonnen und dann aber gemerkt, dass er nicht in seiner Heimat bleiben könne: «Durch das politischen System in Eritrea hatte ich dort keine Zukunft, deshalb bin ich von Zuhause weg.»

Heute schnürt Netserab Mesfun praktisch jeden Tag seine Laufschuhe. Er sei froh, in der Schweiz zu sein, so nahe sei er seinem Traum von der Profi-Karriere noch nie gewesen.

«  Die Menschen hier sind sehr nett und es würde mich freuen, wenn später auch Schweizerinnen und Schweizer hinter meiner Leistung stehen können. »

Netserab Mesfun

Für den 21 Kilometer langen Halbmarathon in Luzern rechnet sich Netserab Mesfun gute Chancen aus. Mit seiner aktuellen Bestzeit von 1 Stunde und 8 Minuten könnte es sogar für den Sieg reichen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr.