Luthern: Hintergrund des Verbrechens ist noch nicht geklärt

Am Sonntagabend tötete ein 60-jähriger Mann in der Luzerner Gemeinde Luthern eine 44-jährige Frau und schoss auf seinen eigenen Bruder. Der Täter erlag am Montagmittag seinen schweren Verletzungen. Für die ermittelnde Staatsanwaltschaft Sursee sind Motiv und Tathergang noch unklar.

Ein Bauernhof. Rundherum Absperrband der Polizei. Mehrere Ermittler sind vor dem Bauernhof zu sehen.

Bildlegende: Auf diesem Bauernhof ereignete sich am Sonntagabend die Tat. Keystone

Die Tat ereignete sich am Sonntagabend kurz vor 18 Uhr auf einem Bauernhof im Gebiet «Enzischür» im luzernischen Luthern am Napf. Der 60-jährige mutmassliche Täter schoss im Kuhstall mit einem Revolver auf seinen 46-jährigen Bruder und eine 44-jährige Frau aus der Region, die ab und zu auf dem Hof half. Der Bruder wurde am Arm verletzt, die Frau getötet, wie die Luzerner Polizei mitteilte.

Mutmasslicher Täter erliegt seinen Verletzungen

Als die Polizei eintraf, fand sie den mutmasslichen Schützen schwer verletzt in der Nähe des Stalls vor. Er hatte sich offenbar mit der Waffe selbst schwer verletzt. Die beiden Brüder wurden ins Spital gebracht. Am Montagmittag erlag der mutmassliche Täter seinen Verletzung.

Über das Motiv, sowie den genauen Tathergang kann die Polizei noch keine Angaben machen. Allerdings haben sich die Strafverfolger unterdessen im Archiv kundig gemacht. «Im Jahr 2003 existiert im Strafregister ein Eintrag zum mutmasslichen Täter», so Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Strafuntersuchungsbehörden, gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz.

Details nennt Kopp nicht, präzisiert aber: «Es ging damals um ein Vergehen gegen das Tierschutzgesetz und Fahren im angetrunkenem Zustand. Ausserdem gab es im Jahr 2012 im Kanton Luzern ein Verfahren gegen den mutmasslichen Täter. Dieses wurde aber eingestellt.»

Die Ausnahmesituation bewältigen

In der Gemeinde Luthern mit ihren knapp 1400 Einwohnern herrscht Betroffenheit. Gemeindepräsident Beat Burri erfuhr erst in der Nacht auf Montag durch einen Anruf der Polizei vom Tötungsdelikt. «Anschliessend war ich bis am Montagmittag dauernd unterwegs. So musste die Versorgung der Tiere auf dem betroffenen Hof sichergestellt werden und vieles mehr.» Ob die Gemeinde einen Gedenkanlass oder Ähnliches organisieren wird, ist noch offen. «Wir sind noch gar nicht dazu gekommen, so weit zu denken», so Gemeindepräsident Burri weiter.