Luzern setzt beim Tiefbahnhof auf einen Durchgangsbahnhof

Die Luzerner Regierung hat die Bestvariante vorgestellt, welche im Rahmen des Vorprojekts zum Luzerner Tiefbahnhof entstanden ist. Der Kanton setzt dabei definitiv auf einen Durchgangsbahnhof. Damit wird das Projekt teurer als geplant. Die Finanzierung ist weiterhin offen.

Visualierung des geplanten Tiefbahnhofes Luzern.

Bildlegende: Der Tiefbahnhof Luzern soll noch vor 2030 eröffnet werden. zvg

Mit einem 3,5 Kilometer langen Tunnel ab Ebikon soll die Linie in einer Seeunterquerung in den Tiefbahnhof geführt werden. In einem zweiten Schritt soll der Tiefbahnhof mit einem zwei Kilometer langen Neustadt-Tunnel zur durchgehenden Linie ausgebaut werden.

Karte Stadt Luzern mit der Streckenführung für den geplanten Tiefbahnhof.

Bildlegende: Streckenführung für den geplanten Tiefbahnhof. zvg

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 2,4 Milliarden Franken. Das sind rund 800 Millionen Franken mehr, als ursprünglich angenommen. Die erste Etappe mit dem Tiefbahnhof kostet 1,8 Milliarden Franken, der Neustadttunnel kostet 0,6 Milliarden Franken. Der Regierungsrat rechnet mit einer Bauzeit von 15 Jahren.

Die Luzerner Stimmbevölkerung hat im November 2009 einem Kredit von 20 Millionen Franken zur Planung eines Vorprojekts für den Tiefbahnhof Luzern zugestimmt. Daraufhin wurden 30 Varianten einer ersten Prüfung unterzogen. Sechs Varianten wurden in der Folge vertieft geprüft und miteinander verglichen um die Bestvariante zu eruieren. Der Kostenrahmen für das Vorprojekt sei dabei eingehalten worden, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.

Prüfung einer Vorfinanzierung

Der Regierungsrat prüft nun die Vorfinanzierung des Auflageprojekts, um die Planung zügig voranzutreiben.

Dafür soll die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr und der SBB weitergeführt werden. «Es ist auch geplant, dass sich die Kantone Obwalden und Nidwalden sowie die Luzerner Gemeinden am Projekt beteiligen», sagt der Luzerner Baudirektor Robert Küng gegenüber SRF.

Der Tiefbahnhof soll den Kapazitätsengpass im öffentlichen Verkehr beseitigen. Bis zu zehn Züge mehr pro Stunde und Richtung könnte der neue Bahnhof bewältigen. Damit können deutlich dichtere Takte im Regional- und Fernverkehr in alle Richtungen angeboten werden.