Luzerner Filmemacherin dreht Film über Campingbewohner

Ursula Brunner hat einen Winter lang Leute begleitet, die auf dem Campingplatz Schützenweiher am Stadtrand von Winterthur leben. Der Dokumentarfilm «Heimat Campingplatz» läuft am Donnerstagabend auf SRF1.

Der Campingplatz Schützenweiher am Stadtrand von Winterthur ist jedes Jahr Ziel von immer mehr Menschen ohne festen Wohnsitz – und dies aus einem triftigen Grund: Es ist einer der wenigen Zeltplätze im Grossraum Zürich, der auch im Winter offensteht. Hier hat es Platz für 50 Wohnwagen, den Winter durch leben durchschnittlich 60 Menschen am Schützenweiher.

Stadt war erst skeptisch, dann gerührt

Die Gründe für diese aussergewöhnliche Winterresidenz sind vielfältig: Scheidung, Kündigung, Krankheit – oft sind es private Schicksalsschläge, die Männer und Frauen mit einem durchaus bürgerlichen Hintergrund unversehens auf diesem Zeltplatz stranden lassen.

Was für viele als Notlösung in einer Ausnahmesituation beginnt, meist in Verbindung mit einer Prise Abenteuerlust, endet oft in einem prekären Dauerzustand.

Die Stadt Winterthur sei nicht erfreut gewesen, als Ursula Brunner von ihrer Idee erzählte, einen Film über die Leute auf dem Campingplatz zu machen. «Die Behördenvertreter hatte erst Angst, dass dadurch noch mehr ärmere Leute auf diesen Platz kommen würden», erzählt Ursula Brunner im Gespräch mit dem «Regionaljournal Zentralschweiz». Als die zuständige Stadträtin am Ende den Film gesehen habe, sei sie zu Tränen gerührt gewesen.

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