Luzerner Gemeinden sollen wirtschaftlich enger zusammenarbeiten

Wenn ein Unternehmen in der Region Luzern expandieren will, sollen die Stadt und die Agglomerationsgemeinden bei einer allfälligen Umsiedlung mehr kooperieren, als sich gegenseitig konkurrenzieren. Das verlangt Pius Zängerle, Präsident des Gemeindeverbandes LuzernPlus.

Pius Zängerle

Bildlegende: Pius Zängerle will eine bessere Kooperation unter den wirtschaftsstärksten Luzerner Gemeinden. zvg

Der US-Pharma-Konzern MSD will mittelfristig seinen Sitz in Luzern ausbauen. In der Stadt fehlt vorerst ein geeigneter Standort. In der Nachbargemeinde Kriens löst dies Begehrlichkeiten aus: Dort möchte man den gesamten Konzern bei sich ansiedeln, Platz wäre vorhanden. Allein die Absicht ist für die Stadt Luzern ein Affront, bei einer Umsiedlung verlöre sie auf einen Schlag einen der besten Steuerzahler.

Dieses Szenario ist vorerst zwar vom Tisch, MSD hält an ihrem Hauptsitz mit zwei Standorten in Luzern und einem in Kriens fest. Offen bleibt aber die Frage, ob solche Streitigkeiten unter Nachbarn Sinn machen und inwiefern internationale Konzerne diese Konkurrenz auf engstem Raum überhaupt nachvollziehen können.

Mehr Kooperationn unter Luzerner Agglogemeinden

«Ich kann die Gemeinden natürlich verstehen, dass sie sich die Steuergelder von erfolgreichen Unternehmen sichern wollen», erklärt Pius Zängerle, der Präsident des Gemeindeverbandes LuzernPlus im Gespräch mit dem Regionaljournal Zentralschweiz. Für einen ausländischen Konzern seien solche Konkurrenzkämpfe auf engstem Raum rund um die Stadt Luzern kaum nachvollziehbar. Sie könnten viel mehr Unternehmen gar abschrecken.

Die Stadt Luzern und die Agglomerationsgemeinden seien der Wirtschaftsmotor des Kantons, gar der gesamten Zentralschweiz. «Deshalb ist es wichtig, dass die Region Luzern geeint auftritt», betont Zängerle weiter. Um dies möglich zu machen, brauche es ein neue Finanzierungsmodelle, um die Gemeinden bei Umsiedlungen von Unternehmen innerhalb der Region Luzern zu entschädigen.

Dieser Prozess sei aber noch am Anfang. Es brauche noch einige Gespräche, um ein in den Gemeinden breit abgestütztes Abgeltungsmodell zu entwickeln.