Luzerner Sinfonieorchester: Konzert in schwieriger Polit-Lage

Am Freitag tritt das Luzerner Sinfonieorchester in Istanbul auf. Aus Angst vor Anschlägen will ein Teil der Musikerinnen und Musiker nicht mitreisen. Das LSO verlangt deshalb von einigen eine finanzielle Entschädigung.

Gesamtbild des Luzerner Sinfonieorchesters

Bildlegende: 10 von 65 Mitgliedern des LSO reisen am Freitag nicht mit in die Türkei, weil sie sich vor Anschlägen fürchten. zvg/LSO

Die politische Lage in der Türkei ist angespannt. «Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen muss im ganzen Land mit Anschlägen gerechnet werden.» Die Warnung des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bezüglich Reisen in die Türkei ist deutlich. Dennoch spielt das Luzerner Sinfonieorchester am Freitag ein Konzert in Istanbul.

Für einige Musikerinnen und Musiker ist das ein zu gefährliches Unterfangen. Sie reisen deshalb nicht mit. «Man hat mit allen betroffenen Personen eine Lösung gefunden», sagt Norbert Ziswiler von der Geschäftsleitung des LSO.

Den Musikern wurde angeboten, dieses Konzert in Istanbul und die dazugehörenden Proben durch ein anderes Projekt zu kompensieren. Wer dies nicht möchte, muss einen «Privatersatz» bezahlen – eine finanzielle Entschädigung, damit ein Ersatzmusiker aufgeboten werden konnte.

Ersatzzahlung ist kein Einzelfall

Das sei in der Musikerbranche üblich und kein Einzelfall, bestätigt Katrin Burger. Sie ist Mitglied des LSO und des Schweizerischen Musikerverbandes: «Auch wenn man durch andere Projekte an einem Konzert nicht teilnehmen kann, gibt es die Möglichkeit sich freizukaufen. Dies ist mehrmals pro Jahr der Fall.»

Der Betrag, den die Musikerinnen und Musiker bezahlen müssen ist jedoch so hoch, dass einige – obwohl sie sich vor Anschlägen in der Türkei fürchten – trotzdem mit nach Istanbul reisen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr