Mischklassen sind an Luzerner Schulen im Trend

Mehr und mehr Schulen lösen die traditionellen Jahrgangsklassen auf und setzen auf altersdurchmischtes Lernen. Das bedeutet, dass Kinder aus verschiedenen Stufen gemeinsam unterrichtet werden. Im Kanton Luzern haben bereits rund die Hälfte der Dorfschulen das neue Schulmodell teilweise eingeführt.

Klassenzimmer mit Lernposten

Bildlegende: Im Luzerner Maihof-Schulhaus werden ab Sommer alle 1.- und 2.-Klässler gemeinsam unterrichtet. SRF

«Beim Schulmodell mit altersdurchmischtem Lernen, ADL, sind die Kinder im Zentrum, sie lernen miteinander und können voneinander profitieren», sagt Urs Grüter, Schulleiter des Stadtluzerner Maihofschulhauses. Die Klassen seien heute ohnhin so heterogen, dass das ADL-Modell den Schulen entgegenkomme. Ab Sommer starten sämtliche Erst- und Zweitklässler mit ADL.

«Kinder merken kaum Unterschied»

Die Klassenlehrerin Gianna Mina stellt fest, dass die Kinder unkompliziert auf das Schulmodell reagieren und kaum bemerken, dass ihre Klasse durchmischt ist. «Es ist ganz natürlich, dass Kinder mit Verschiedenaltrigen zusammen sind, das ist ja auch in der Familie oder auf dem Spielplatz so», sagt Gianna Mina.

Mehr Individualisierung

In den traditionellen Jahrgangsklassen müssten die Schüler alle gleichzeitig die gleichen Schritte machen, sagt Charles Vincent, Chef der Dienstelle Volksschulbildung des Kantons Luzern.

«Mit altersgemischten Klassen kann man besser individualisieren.» Obwohl es schon früher Gesamtschulen und Klassenzusammenzüge gegeben habe, sei dies nicht das gleiche. «Die Kinder hatten klar unterschiedliche Programme, heute wird hingegen gemeinsam gelernt.»