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Neues Schulzentrum in Arth Architekten-Teams ziehen sich reihenweise aus Wettbewerb zurück

30 Millionen Franken wollen die Gemeinde Arth und der Bezirk Schwyz investieren. Hinter den Kulissen des Wettbewerbs rumort es.

Auf dem Areal der Mittelpunktschule Oberarth soll das neue Schul- und Sportzentrum entstehen.
Legende: Auf dem Areal der Mittelpunktschule Oberarth soll das neue Schul- und Sportzentrum entstehen. SRF/Christian Oechslin

Es sind grosse Pläne, die der Bezirk Schwyz und die Gemeinde Arth hegen. Im Ortsteil Oberarth soll ein neues Schul- und Sportzentrum für die Oberstufe entstehen. Eine Dreifachturnhalle mit Schulräumen, ein Kunstrasenfeld sowie Beachvolleyball-Felder sind geplant.

Nun zeigt sich: Mehrere Architektenteams haben sich aus dem laufenden Wettbewerb für die Realisierung des Projekts zurückgezogen. Ursprünglich wurden 15 Teams zugelassen, 6 haben mittlerweile von sich aus das Handtuch geworfen.

Kritik gibt es unter anderem an der Zusammensetzung des 11-köpfigen Preisgerichts. Dieses sei zu regional zusammengesetzt und sei so nicht unabhängig. Auch wird kritisiert, dass die Jury fachlich wenig Erfahrung aufweise für Projekte dieser Art.

«Wir sind der Ansicht, dass die Qualifikationen der Fachjury nicht den Qualifikationen der teilnehmenden Teams entspricht», sagt beispielsweise Alexandra Gübeli. Sie ist Mitinhaberin der GXM-Architekten aus Zürich, ein Team, das sich zurückgezogen hat.

Das ist ein Affront gegenüber den teilnehmenden Architekturbüros
Autor: Andreas Heierleahaa Atelier für Architektur

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat dann eine nachträgliche Änderung im definitiven Wettbewerbsverfahren, die den ausgewählten Teams nicht kommuniziert worden sei. Konkret kann das Gewinner-Team des Wettbewerbs nicht automatisch damit rechnen, dass es das Projekt auch ausführen kann. Für die Ausführung werden von der Bauherrschaft Fähigkeitsnachweise verlangt. Von diesen war in der Ausschreibung aber noch nicht die Rede.

«Das ist ein Affront gegenüber den teilnehmenden Architekturbüros», sagt Andreas Heierle vom ahaa-Atelier für Architektur. Die Änderung bedeute, dass der Auftraggeber plötzlich entscheiden könne, die Weiterbearbeitung an einen Dritten zu vergeben. «Das bedeutet, dass unser Auftrag reduziert werden kann und wir unser Projekt nicht bis am Schluss betreuen können.»

Wir bedauern natürlich jeden Rückzug
Autor: Sandro PatiernoBezirksammann des Bezirks Schwyz

Mit einem Brief haben sich Architekten-Teams beim Bezirk Schwyz und der Gemeinde Arth beschwert. 9 von 15 Unternehmen haben den Brief unterschrieben. Weil die Bauherrschaft nicht auf den Protest einging, zogen sich 6 Teams aus dem Wettbewerb zurück.

«Wir bedauern natürlich jeden Rückzug», sagt Sandro Patierno, Berzirksammann des Bezirks Schwyz auf Anfrage von Radio SRF. Der Projektwettbewerb sei aber korrekt abgelaufen. «Unsere Jury hat die nötigen Fachleute, davon sind wir überzeugt.»

Wettbewerb wird später entschieden

Er verteidigt auch den nachträglich eingefügten Passus. «Wir haben bei der Ausschreibung bewusst auch junge Architektur-Teams zugelassen und falls ein solches Team den Wettbewerb gewinnt, ist ein Fähigkeitsnachweis durchaus angebracht.» Und bei erfahrenen Teams sei der Nachweis dann ja nur noch eine Formsache.

Sandro Patierno ist überzeugt, dass auch mit dem Rückzug der vielen Teams am Schluss ein gutes Siegerprojekt möglich sei. Die Entscheidung über den Wettbewerbssieger wäre noch vor Weihnachten geplant gewesen. «Aber wir brauchen voraussichtlich noch eine Zusatzschlaufe.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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