Obwaldner Steuerstrategie wirkt noch immer, aber etwas schwächer

Noch mehr neue Firmen und noch mehr Einnahmen bei den Unternehmenssteuern: Die Steuerstrategie Obwaldens geht auch im Jahr sieben nach ihrer Einführung auf. Die Wachstumskurve zeigt aber weniger steil nach oben.

Blick vom Ramersberg ins Sarneraatal.

Bildlegende: Weiterhin gute Aussichten für die Obwaldner Finanzdirektion: Die Steuerstrategie wirkt noch immer. Keystone

Das Wachstum der Steuererträge im Kanton Obwalden hat sich 2012 zwar abgeschwächt. Dennoch ist die Steuerstrategie nach Angaben der Regierung bislang aufgegangen. Die Regierung will an der Strategie nichts ändern.

Die Steuerstrategie habe positive Effekte auf die volkswirtschaftliche Entwicklung des Kantons Obwalden, heisst es im am Mittwoch vorgestellten jährlichen Wirkungsbericht zur kantonalen Steuerstrategie. Dies lasse sich am weiter steigenden Bevölkerungswachstum, an der Zunahme von Arbeitsplätzen sowie den Neueintragungen von Firmen im Handelsregister zeigen.

Mehr Steuerpflichtige

Obwalden senkte den Steuersatz zwischen 2006 und 2011 um rund 25 Prozent. Gleichzeitig stiegen die fakturierten Steuereinnahmen von 154,3 Millionen (2005) auf 156,1 Millionen Franken (2011). Gemäss Wirkungsbericht stieg die Zahl der Steuerpflichtigen von 18'892 auf 20'698 Personen. Mit Ausnahme der untersten Einkommen gibt es inzwischen in allen Einkommensklassen mehr Steuerpflichtige.

Die Zahl der Firmen verdoppelte sich innerhalb eines Jahrzehnts auf 3397. Deren steuerbares Reineinkommen wuchs von total 90 (2001) auf 325 Millionen Franken (2010). Trotz Senkung des Gewinnsteuersatzes stiegen die Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuererträge von 11,4 (2005) auf 15,1 Millionen. (2010). Der Mix aus Kapitalgenossenschaften, Holding- und Domizilgesellschaften blieb in etwa stabil.

Weniger Geld aus NFA-Topf

Die Kehrseite der Medaille ist der Rückgang der Zahlungen für Obwalden aus dem Bundesfinanzausgleich (NFA). Mit 36,9 Millionen Franken erhält Obwalden seit 2008 rund 25,3 Millionen weniger ausbezahlt. Den Rückgang kompensierte der Kanton mit der Schaffung von Reserven in der Höhe von 46 Millionen aus Gewinnen der Staatsrechnungen.