Paul Winiker: «Fahre nicht im Schlafwagen in den Regierungsrat»

Mit Paul Winiker will die SVP einen Sitz in der Luzerner Regierung holen. Als zweitstärkste Partei im Kanton habe die SVP einen Anspruch darauf. Paul Winiker wird auch von der CVP und von der FDP unterstützt. Deshalb werden dem Gemeindepräsidenten von Kriens gute Chancen eingeräumt. Er aber warnt.

Mit Paul Winiker will die SVP einen Sitz in der Luzerner Regierung holen. Als zweitstärkste Partei im Kanton habe die SVP einen Anspruch darauf. Im ersten Wahlgang erzielte Paul Winiker ein beachtliches Resultat. Mit 42‘842 Stimmen landete der SVP-Kandidat auf dem fünften Platz. Dabei holte er nur 720 Stimmen weniger als der amtierende Finanzdirektor Marcel Schwerzmann.

Weil Paul Winiker von FDP und CVP unterstützt wird, könnte man annehmen, dass er die Wahl locker schaffen wird.

Der 59-Jährige sieht dies jedoch anders: «Ich fahre sicher nicht im Schlafwagen in den Regierungsrat.»

Er werde im Wahlkampf weiterhin alles daran setzen, dass er seine Positionen und seinen Leistungsausweis präsentieren könne.

«Ich vertrete den ganzen Kanton»

Ein Szenario für den Ausgang des zweiten Wahlgangs ist eine rein bürgerliche Regierung für den Kanton Luzern. «Was eine rein bürgerliche Regierung konkret besser machen würde, ist schwierig zu sagen», gibt Paul Winiker zu. Sicher sei jedoch, dass die Steuerstrategie in einer solchen Regierung konsequenter vorangetrieben würde.

Paul Winiker wird als der typische Gemeindevertreter wahrgenommen. Er wehrt sich aber gegen den Vorwurf, nur die Interessen der Luzerner Agglomerationsgemeinde Kriens zu vertreten. «Mit meinem beruflichen Hintergrund und mit meiner Erfahrung vertrete ich sicher den ganzen Kanton.»

«Fehlentscheide im Bildungswesen»

Für Paul Winiker ist klar: Kantonsrat und Regierung haben in den letzten Jahren zu viele Leistungen beschlossen. Der SVP-Politiker und Krienser Finanzvorsteher will deshalb bei den Ausgaben ansetzen. Die Steuerstrategie in Frage zu stellen, ist für ihn der «falsche Weg».

Bekämpfen will Paul Winiker auch die «Fehlentscheide im Bildungswesen». Die Gemeinden sind aus seiner Sicht entmündigt worden und hätten nichts mehr zu sagen.

Auch im Gesundheitswesen geht «der Föderalismus» verloren. Es werden Aufgaben den Gemeinden delegiert, welche diese kaum bezahlen könnten. Als Beispiel nennt Paul Winiker die Pflegefinanzierung, welche Kriens viel Geld gekostet habe.

Politische Karriere

  • seit 2007: Gemeinderat und Finanzchef in Kriens / Kantonsrat
  • seit 2012: Gemeindepräsident von Kriens

Berufliche Karriere

  • Studium Wirtschaftswissenschaften
  • 1991-2002: leitende Funktionen in der Telekommunikationsindustrie
  • 2002-2012: selbständiger Wirtschaftsberater

Persönlich

  • Verheiratet, zwei Kinder, wohnhaft in Kriens
  • Hobbies: Sport, Fasnacht, Traditionen pflegen

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr