«Regierungsräte müssen Kollegialitätsprinzip einhalten»

Der Kanton Schwyz muss auf die negativen Seiten der rasanten Entwicklung der letzten Jahre reagieren. Der Regierungsrat hat sein Programm für die nächsten vier Jahre präsentiert. Intern abgeschlossen ist ein Disput um Äusserungen des Baudirektors.

Regierungsgebäude in Schwyz mit Fahnen

Bildlegende: Die Regierung des Kantons Schwyz hat Äusserungen des Baudirektors intern besprochen. Keystone

Die ständige Wohnbevölkerung in Schwyz und die Zahl der neu eingetragenen Firmen im Handelsregister sind jährlich über dem Schweizer Schnitt gewachsen. Inzwischen leben rund 150‘000 Personen im Kanton. Da die Zahl der Arbeitsplätze aber weniger stark stieg, wohnen in Schwyz viele Pendler. Die Regierung möchte den Pendlerstrom bremsen und die stark belastete Verkehrsinfrastruktur von Strasse und Schiene ausbauen.

Baudirektor lehnte sich aus dem Fenster

Baudirektor Othmar Reichmuth hatte die Wachstumsstrategie des Kantons öffentlich in Frage gestellt. Er prangerte die negativen Seiten des Wachstums an. Landamman Walter Stählin betont, dass dies die persönliche Meinung des Baudirektors ist.

«Im Regierungskollegium gilt immer noch die offizielle Meinung, dass wir hinter einem qualitativen Wachstum stehen», so Walter Stählin gegenüber SRF.

Diese Meinung sollte man nach aussen vertreten und die Regierungsmitglieder müssten sich dieser Haltung unterordnen. «Die Äusserungen des Baudirektors haben intern eine Diskussion über das Kollegialitätsprinzip ausgelöst, Streit in der Regierung haben wir aber absolut nicht», betont Stählin.