Rund 700 Wohnhäuser stehen in roten Zonen

Ein Blick auf die Gefahrenkarten zeigt: In der Zentralschweiz sind zwar mehrere hundert Wohnhäuser potenziell durch Naturgefahren bedroht. Doch mit Ausnahme von Weggis, ist die Situation nirgends akut.

Ein Bauernhof, der fast überschwemmt wird, aus der Luft fotografiert.

Bildlegende: Kurzfristige Aussiedelungen, wegen unmittelbarer Gefahr, sind in der Zentralschweiz selten. Keystone

Die Naturgefahrenkarten zeigen den Kantonen und Gemeinden auf, wo welche Gefahr und in welcher Intensität besteht. Sie sind deshalb ein Planungsinstrument für die Entwicklung von Siedlungsgebieten. Konkret: In roten Gefahrenzonen dürfen keine neuen Wohnbauten errichtet werden. Ausser, sie werden ausreichend vor Naturgefahren geschützt. Solche Massnahmen sind allerdings aufwändig und teuer und darum selten.

Gefährdete Häuser vor allem im Kanton Luzern

Von den rund 700 potenziell gefährdeten Wohnhäusern in der Zentralschweiz entfallen die meisten auf den Kanton Luzern. Besonders Sörenberg, Vitznau und Weggis sind betroffen. Am zweitmeisten solcher Häuser gibt es im Kanton Schwyz. «Diese sind allerdings quasi im ganzen Kantonsgebiet verstreut», erklärt Daniel Bollinger, der Leiter des Fachbereichs Naturgefahren.

In den anderen Zentralschweizer Kantonen stehen deutlich weniger Wohnhäuser in roten Zonen. So sind es im Kanton Nidwalden rund ein Dutzend. Allerdings sei die Zahl dank grosser Anstrengungen zur Eindämmung von Naturgefahren in den letzten Jahren deutlich gesunken, sagte Oberförster Urs Braschler.

Trotz der beindruckenden Zahl an Häusern, die in Zentralschweizer Gefahrenzonen stehen, betonen die Verantwortlichen der Kantone: Nirgends sei momentan eine kurzfristige Massnahme, wie die Aussiedlung in Weggis, nötig. Denn es bestehe keine akute, latente Gefahr.

(Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr)