Schwyz soll Situation von Pflegekindern untersuchen

Auslöser sind die Untersuchungen des Kantons Luzern zur Geschichte der Heimkinder in Rathausen. Auch der Kanton Schwyz soll nun die Rolle der Behörden unter die Lupe nehmen, fordern drei Vertreter der CVP.

Kinder an einem Wegrand in den 50er Jahren.

Bildlegende: Kinder von Fahrenden in der Schweiz um 1950. Keystone

Nicht nur der Kanton Luzern, sondern auch die Ingenbohler Schwestern haben das dunkle Kapitel ihrer Geschichte aufgearbeitet. CVP-Kantonsrat Marcel Buchmann ist überzeugt, dass es auch im Kanton Schwyz zu Misshandlungen in Pflegefamilien kam.

Dabei müsste seiner Meinung nach vor allem die Rolle der Behörden untersucht werden. Diese hätten «die Hauptverantwortung getragen». Jede Schwyzer Gemeinde war selber für Platzierungen von Kindern in Pflegefamilien zuständig. 

Auch Kinder von Fahrenden betroffen

Im Kanton Schwyz existierte kein Kinderheim wie im Luzernischen Rathausen. Gerade deshalb müsse die Rolle der Gemeindebehörden genauer untersucht werden. Marcel Buchmann denkt vor allem auch an Kindern von Fahrenden, welche von 1930 bis 1970 in der ganzen Schweiz ihren Familien genommen wurden. Gerade in Schwyz mit vielen Fahrenden habe es mit Sicherheit auch solche Fälle gegeben.

Nun muss die Schwyzer Regierung sagen, ob eine solche Aufarbeitung für sie ein Thema ist. Die Kantone Uri und Nidwalden haben bereits angekündigt, dieses Thema aufzuarbeiten.