Südostbahn kämpft um alte Gotthard-Bahnstrecke

Wenn im Jahr 2016 der Neat-Basistunnel durch den Gotthard eröffnet wird, muss auch klar sein, was mit der alten Bahnstrecke über den Gotthard passiert. Neben der SBB, welche vor allem auf Pendler setzt, bewirbt sich auch die Südostbahn - sie setzt vor allem auf Touristen.

Das Konzept der Südostbahn (SOB) läuft unter dem Namen «Treno Gottardo». Der Zug soll stündlich von Arth-Goldau nach Lugano fahren. Dies im Gegensatz zum Vorschlag der SBB, der keine durchgehende Fahrt über den Gotthard mehr vorsieht. Die SBB will sich mehr auf die Pendler konzentrieren, mit stündlichen Interregio-Zügen von Basel und Zürich nach Erstfeld. Auf der Südseite würde die S-Bahn von Biasca nach Erstfeld verlängert.

Südostbahn-Chef Thomas Küchler.

Bildlegende: SOB-Chef Thomas Küchler will die alte Gotthardstrecke vor allem touristisch nutzen. SRF

Komfort für Touristen

Die Südostbahn will sich vor allem auch mit touristischem Komfort von der Konkurrenz der SBB abheben. Bequeme, weiche Sitze, grosse Fenster und Verpflegungsmöglichkeiten im Zug will die SOB anbieten. Und SOB-Chef Thomas Küchler verspricht «bessere Anschlüsse an die Matterhorn-Gotthard-Bahn» und damit an das neue Tourismus Resort in Andermatt. Für Urner Pendler aber dürfte das Angebot der SOB eher Nachteile bringen.

Wer den Zuschlag für den Betrieb der Gotthard-Bergstrecke erhält, muss nächstens der Bund entscheiden. Das Bundesamt für Verkehr vergibt die Konzession.