Atommüll-Lager Tiefenlager am Wellenberg unwahrscheinlich

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) empfiehlt, den Standort Wellenberg zurückzustellen. Die Nidwaldner Regierung fühlt sich damit in ihrer Beurteilung gestärkt und sagt: «Diese Einschätzung gibt uns Sicherheit.» Als Nidwaldner Besonderheit kann das Stimmvolk Stellung nehmen.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) hat nun in den Details bekanntgegeben, warum der Standort Wellenberg im Kanton Nidwalden für ein Atommüll-Tiefenlager zurückgestellt werden solle. Das Ensi macht sicherheitstechnische Nachteile geltend. Die Kantonsregierung fühlt sich damit in ihrer Beurteilung, kein Tiefenlager im Wellenberg zu bauen, bestärkt.

«Einschätzung gibt Sicherheit»

Diese detaillierte Aussage der eidgenössischen Prüfbehörde gebe der Nidwaldner Regierung «eine gewisse Sicherheit», sagt Baudirektor Josef Niederberger. Damit sei der Standort Wellenberg zwar noch nicht definitiv vom Tisch, aber weit nach hinten gerutscht.

Nidwaldner Besonderheit

Der Bund konzentriert sich nun auf drei Standorte in den Kantonen Zürich und Aargau. Bis Ende 2017 läuft die breite Befragung des Bundes zu den möglichen Standorten.

Das Besondere: Stellung nehmen kann in Nidwalden nicht die Regierung, sondern wenn es um Atomanlagen geht, muss das Volk an der Urne gefragt werden. Dieses demokratische Recht erkämpfte sich das Nidwaldner Stimmvolk in den 1980er Jahren.

2011 konnten die Nidwaldner zum bislang letzten Mal über den Wellenberg abstimmen. Die Nidwaldnerinnen und Nidwaldner stimmten der Forderung, den Standort von der Liste zu streichen, mit einem Ja-Stimmenanteil von 80 Prozent zu.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17:30 Uhr