Tödliche Polizeikontrolle bei Ibergeregg kommt vor die Richter

Der Polizist, der 2012 bei einer Kontrolle in Rickenbach SZ einen Moldawier in einem gestohlenen Auto erschossen und dessen Cousin verletzt hat, muss sich vor Gericht verantworten. Die Schwyzer Staatsanwaltschaft erhebt Anklage unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung.

Polizisten kontrollieren Fahrzeuge im Raum Ibergeregg/SZ.

Bildlegende: Nach der tödlichen Schiesserei wurde der Raum Ibergeregg grossräumig abgeriegelt Keystone

Die Staatsanwaltschaft kommt nach ihrer Untersuchung zum Schluss, dass der Polizist bei der Kontrolle des Autos zu unrecht von seiner Schusswaffe Gebrauch machte, wie die Schwyzer Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Die beiden Fahrzeuginsassen waren unbewaffnet.

Der Polizist muss sich deshalb vor dem Schwyzer Strafgericht wegen vorsätzlicher und eventuell fahrlässiger Tötung sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Die beiden Moldawier waren in der Nacht vom 11. auf den 12. September 2012 an vier Einbrüchen in Schattdorf im Kanton Uri beteiligt. Auf der Flucht in einem gestohlenen Kleinbus gerieten die beiden Moldawier in derselben Nacht im schwyzerischen Rickenbach in eine Polizeikontrolle.

Der Polizist ging gemäss Staatsanwaltschaft von einer Bedrohung aus. Er feuerte von der Beifahrerseite einen Schuss in den Kleinbus ab. Das Projektil tötete den 24-jährigen Beifahrer und verletzte den 25-jährigen Fahrer. Dieser entkam zunächst, wurde aber am Folgetag aufgegriffen und im August 2013 vom Urner Landgericht in Abwesenheit zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt.