«Vielleicht müssen wir ausserhalb von Nidwalden Land suchen»

Bei einem umstrittenen Hochwasserschutzprojekt im Kanton Nidwalden ist ein Variantenentscheid gefallen. Beim Buoholzbach in den Gemeinden Oberdorf und Wolfenschiessen werden Schutzdämme gebaut und keine zusätzlichen Rückhaltebecken. Für das Projekt muss eine Gewerbezone teilweise aufgehoben werden.

Bach, der über die Ufer tritt.

Bildlegende: Der Buoholzbach (im Bild oben rechts) verwüstete 2005 Industriegebiete. zvg

Die Gewerbezone Hofwald wird nämlich künftig als Geschieberückhalt benötigt. Das Gebiet liegt in der roten Gefahrenzone. Betroffen ist vor allem eine grosse Metallbaufirma mit 30 Angestellten.

«Wir wollen zusammen mit der Firma eine Lösung suchen», sagt die Gemeindepräsidentin von Oberdorf, Judith Odermatt gegenüber Radio SRF. So wurde eine Landerwerbskommission gebildet. Das Ziel: einen gleichwertigen Ersatz innerhalb der Gemeinden zu finden.

Das favorisierte Projekt sieht vor, den Buholzbach mit seitlichen Leitdämmen daran zu hindern, Richtung Büren und Lochrüti auszubrechen. Die Einmündung in die Engelberger Aa wird um 250 Meter nach Norden verschoben.

Als Alternative hatten Private ein Schutzprojekt mit mehreren Rückhaltebecken in die Diskussion eingebracht. Die Variante Schutzdamm ist aber aus Sicht beider Gemeinderäte nachhaltiger und wirtschaftlicher.

Kanton und Bund beteiligen sich an den Kosten

Für die Variante «Schutzdamm» rechnet das Vorprojekt mit Kosten von 11 Millionen Franken, für die Variante «Rückhaltebecken» mit 35 Millionen Franken. Die Kosten seien letztendlich ausschlaggebend gewesen, so Judith Odermatt: «Bund und Kanton hatten signalisiert, dass sie die kostengünstigste und effizienteste Lösung unterstützen würden.»

Mit welchen Beiträgen Bund und Kanton sich beteiligen, ist noch offen. Geplant ist, dass das Stimmvolk in beiden Gemeinden 2017 über den Baukredit abstimmen kann. Für den Baustart gibt es noch keinen Termin.

«Wegzug aus dem Kanton können wir nicht ausschliessen»

Die betroffene Firma, die Leuthold Metallbau AG, zeigt sich vom Entscheid nicht überrascht. «Wir mussten damit rechnen», sagt der Geschäftsführer Paul Leuthold auf Anfrage von Radio SRF. Für die Firma gehe es nun darum, ein anderes Stück Land zu finden.

Dies werde nicht einfach. Das Bauland in Nidwalden sei rar. «Das meiste Land gehört den Korporationen, und diese geben Land mehrheitlich nur im Baurecht ab», so Leuthold. Dies komme für die Firma jedoch nicht in Frage.

«Im schlimmsten Fall müssen wir ausserhalb des Kantons Land suchen.» Einen Wegzug könne die Firma jedoch nicht ausschliessen. Er hoffe aber, dass es noch eine andere Lösung gebe. «Schliesslich ist unsere Firma seit über 150 Jahren im Kanton tätig.»