Warum im Urner Justizfall jetzt auch ein Auswärtiger ermittelt

Der Kanton Uri hat im aktuell grössten Justizfall einen ausserordentlichen Staatsanwalt eingesetzt. Seit einem Monat ermittelt der Luzerner Staatsanwalt André Graf. Er soll neue Aussagen im Fall Walker überprüfen.

Porträt Thomas Imholz

Bildlegende: Der Urner Oberstaatsanwalt Thomas Imholz führt im Fall Walker die Anklage. zvg;

«Ignaz Walker hat damit nichts zu tun», sagte Sasa Sindelic, im Fall Walker verurteilt wegen versuchten Mordes in Mittäterschaft. Diese Aussage machte Sindelic in der SRF-Fernsehsendung «Rundschau».

«Wir haben uns entschieden, dies von einem externen, ausserordentlichen Staatsanwalt untersuchen zu lassen», sagt der Urner Oberstaatsanwalt Thomas Imholz. Aus diesem Grund sei der Luzerner Staatsanwalt André Graf seit einem Monat im Auftrag des Kantons Uri tätig.

«Bin überzeugt, dass er der Täter ist»

«Ich vertrete die Anklage im Fall Walker und bin überzeugt, dass er der Täter ist», sagt Oberstaatsanwalt Imholz. Die neuen Aussagen seien aber Basis für ein separates Verfahren, in dem der ausserordentliche Staatsanwalt federführend sei.

Fall im Herbst wieder vor Gericht

Der komplexe Fall Walker kommt im Laufe des Herbstes erneut vor Gericht. Das Urner Obergericht muss den Fall nochmals neu beurteilen. Zur Zeit ist Ignaz Walker in Sicherheitshaft.

Der Barbetreiber soll im Januar 2010 ausserhalb seines Lokals auf einen Gast geschossen haben. Zudem wird ihm vorgeworfen, er habe die Ermordung seiner Ehefrau in Auftrag gegeben. Diese wurde im November 2010 durch drei Schüsse lebensgefährlich verletzt.

Das Urner Obergericht hatte den Erstfelder im September 2013 wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Das Bundesgericht hiess aber Ende 2014 Beschwerden des Angeklagten gegen dieses Urteil teilweise gut, deshalb die Neuverhandlung im Herbst.

Regionaljournal Zentralschweiz; 17.30 Uhr