«Wir müssen als Partei aktiver sein»

Was passiert, wenn eine Partei nicht mehr in der Regierung vertreten ist? Im Frühjahr 2015 verlor die SP des Kantons Luzern ihren einzigen Regierungsratssitz. Die Fraktionschefin Ylfete Fanaj bilanziert nach einem Jahr, wie sich die Oppositionsrolle auf ihre Politik auswirkt.

Porträt Ylfete Fanaj

Bildlegende: Ylfete Fanaj ist seit 2011 Kantonsrätin und seit 2015 Fraktionspräsidentin. zvg (Foto: Bujar Berisha, Drita Graphics)

«Ich habe das Gefühl, dass weniger diskutiert wird», sagt die SP-Fraktionschefin des Luzerner Kantonsrates, Ylfete Fanaj. Es fehle in der Regierung der kritische Blick, die linke Stimme, weshalb die Diskussionen mehr ins Parlament verlagert würden, beschreibt die Fraktionschefin die Veränderungen.

Luftleerer Raum

«Wir fühlen uns manchmal wie in einem luftleeren Raum, weil wir uns die Informationen rund um Geschäfte beschaffen müssen oder wir nicht genau wissen, wie die Entscheide im Regierungsrat zustande kamen», sagt Fanaj.

Auf anderen Wegen zum Ziel

In der Oppositionsrolle sei es klar, dass man andere politische Instrumente nutzen müsse, um sich Gehör zu verschaffen, sei es mit Vorstössen im Kantonsrat, mit Initiativen oder Referenden. «Wir müssen aktiver sein, intensiv arbeiten und immer wieder der Regierung genau auf die Finger schauen», sagt die Luzerner SP-Fraktionschefin Ylfete Fanaj.