«Wirt sein bedeutet mehr als nur ein Bier zu zapfen»

Seit 2007 braucht es im Kanton Obwalden keine Wirteprüfung mehr um einen Gastrobetrieb zu führen. Eine Lehre im Gastro- oder Lebensmittelbereich reicht aus. Walter Küchler ist das aber zu wenig, er hat deshalb einen Vorstoss eingereicht.

Ein Mann steht hinter dem Tresen eines Restaurants und zapft ein Bier.

Bildlegende: Walter Küchler in seinem Restaurant in Flüeli-Ranft. SRF/ Anna Hug

«Es braucht ein Grundwissen in ganz vielen Bereichen: im Gewerbegesetz, Lebensmittelrecht, Hygiene, Arbeitsrecht, Versicherungen, Lohnabrechnungen und so weiter. Dazu braucht es einfach eine vertiefte Ausbildung wie eine Wirteprüfung», sagt Walter Küchler, Obwaldner SVP-Kantonsrat und Restaurantbesitzer, gegenüber Radio SRF.

Im Kanton Obwalden wurden 2013 insgesamt 118 grosse und kleine Gastrobetriebe gezählt. Wer einen solchen führt, braucht seit 2007 nur noch eine Lehre im Lebensmittel- oder Gastrobereich, wie zum Beispiel Koch, Metzger, Bäcker oder im Service. Walter Küchler glaubt aber, die Bevölkerung erwarte von den Gastrobetrieben gewisse Standards.

«  Take Aways verdrängen immer mehr die traditionellen Restaurants »

Paul Jans
CVP-Landrat Kanton Uri

Auch im Kanton Uri braucht man kein Wirtepatent mehr um einen Gastrobetrieb zu führen. CVP-Landrat Paul Jans fordert deshalb eine Überarbeitung des Gastrogesetzes. Er sagte im Urner Landrat: «Die Take Aways verdrängen immer mehr die traditionellen Restaurants. Die Anforderungen an einen Wirt in einem solchen Schnellimbiss stehen in keinem Verhältnis mehr zu den richtigen Restaurationsbetrieben.»

Angst vor solchen Schnellimbissen habe er zwar nicht, sagt Walter Küchler, der selber 1979 im Kanton Obwalden eine Wirteprüfung gemacht hat. Aber es brauche einfach höhere Anforderungen, auch wenn es heute Vorschriften und Kontrollen gebe, wie zum Beispiel regelmässige Hygiene-Kontrollen vom Labor der Urkantone.