Zuger Kantonsgericht weist Anträge der Sika-Erben ab

Im Streit um die Zukunft des Baustoffherstellers Sika dürften das Management und der Verwaltungsrat einen Etappensieg gegen die Erbenfamilie erzielt haben. Das Kantonsgericht Zug habe alle Anträge bezüglich Stimmrechtsbeschränkungen abgewiesen, teilte Sika am Montag mit.

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Bildlegende: Der Sika-Übernahmekampf ist auf der juristischen Ebene angelangt. Keystone

Im Streit um den Verkauf der Kontrollmehrheit über Sika an die französische Saint-Gobain-Gruppe hat der Verwaltungsrat unter anderem die Stimmrechte der Schenker-Winkler Holding gestützt auf eine Vinkulierungsklausel in den Statuten auf 5 Prozent beschränkt. Dagegen hat die Erbenfamilie, deren Sika-Anteile in der Schenker-Winkler Holding (SWH) gesammelt sind, beim Kantonsgericht Zug Beschwerde eingereicht.

Mit dieser Stimmrechtsbeschränkung ist es der Erbenfamilie nun nicht mehr möglich, an einer Generalversammlung die Geschicke des Unternehmens im Alleingang zu bestimmen. Das Kantonsgericht Zug hat nach Angaben von Sika sämtliche Anträge der Familien-Holding bezüglich der Beschränkung ihrer Stimmrechte abgewiesen. Der Sika-Verwaltungsrat begrüsse den Entscheid und werde diesen im Detail analysieren, hiess es dazu im Communiqué weiter.

Die Familienholding relativiert die Bedeutung des Urteils

Die Schenker-Winkler-Holding relativiert in einer Stellungnahme die Bedeutung des am Montag vom Kantonsgericht Zug eröffneten Urteils. Der Einzelrichter habe lediglich keine Notwendigkeit gesehen, im Rahmen einer «vorsorglichen Massnahme» vor der Generalversammlung zu klären, ob die Stimmrechtsbeschränkung zulässig sei.

Die Generalversammlung der Sika findet am 14. April statt. An dieser wird die SWH, die bei der Sika mit 16,4 Prozent des Kapitals 52,6 Prozent der Stimmrechte hält, gemäss Kantonsgericht also nur mit 5 Prozent der Stimmen teilnehmen können.

Politiker versuchen zu schlichten

Der Konflikt um die Sika beschäftigt auch die Politik. Sie seien beunruhigt über die Vorgänge im Zusammenhang mit dem geplanten Wechsel der Aktienmehrheit bei Sika, schreiben 14 Parlamentarierinnen und Parlamentarier in einem Brief an die Saint-Gobain-Spitze und an die Sika-Gründerfamilie Burkard. Publik gemacht hat den Brief die «Zentralschweiz am Sonntag».

Die Parlamentarier fordern, dass die Konfliktparteien eine einvernehmliche Lösung finden sollten. Sie wehrten sich nicht grundsätzlich gegen eine Übernahme, aber das schweizerische Recht dürfe dabei nicht übermässig strapaziert werden.

Den Ausschlag für diesen Brief gab laut dem Zuger FDP-Nationalrat Bruno Pezzatti ein Gespräch mit dem Sika Verwaltungsratspräsidenten Paul Hälg. Ausser von Pezzatti wurde der Brief auch noch von weiteren Zentralschweizer Politikern unterzeichnet.