Zuger Parlament führt eine «Güsel»-Debatte

Die Absicht war eine gute: Mit verstreutem Abfall wollte die Stadt Zug ein Zeichen gegen das Littering setzen. Doch im Kantonsrat geriet die Aktion der SVP in den falschen Hals. Sie zweifelte deren Präventionswirkung stark an.

Plakate und Abfall auf der Wiese.

Bildlegende: Abfallaktion letzten Sommer in Zug: Für SVP-Kantonsräte keine gute Idee. zvg

Die Stadt Zug kämpft mit Abfall im öffentlichen Raum, der vor allem an Wochenenden achtlos weggeworfen wird. Mit einer speziellen Aktion wollte die Stadt deshalb im Juni auf das Problem aufmerksam machen.

Hunderte von Kleinabfällen waren von den Mitarbeitern des Werkhofs auf der Rössliwiese verstreut worden. Gelbe Tafeln markierten die Abfälle: «Wäh! So nicht!», war darauf etwa zu lesen.

«Keine Prävention»

Diese Aktion stiess im Kantonsrat am Donnerstag bei der SVP auf wenig Verständnis. Sie konnte keine Präventionswirkung darin erkennen.

«Wie hier Geld ausgegeben wird, muss uns zu denken geben», sagte Thomas Werner, «wir sollten uns überlegen, wo Prävention sinnvoll ist.»

Die Regierung verteidigte die Aktion. Sie habe viel Aufmerksamkeit gebracht und auch zum Nachdenken angeregt. Prävention sei nur ein Teil der Aktivitäten, die das Littering-Gesetz ergänze. Dieses solle sogar verschärft werden, regte CVP-Stadt- und Kantonsrat Urs Raschle an: «Es darf keine Toleranz mehr geben.»

Die Littering-Aktion übrigens war von unbekannter Seite vorzeitig beendet worden: Ein Bürger räumte den Abfall fein säuberlich zusammen und ordnete die Plakate auf dem Boden.