Zurückhaltende Reaktion beim Verband Luzerner Polizei

Der Luzerner Polizeikommandat Beat Hensler hat gestern bekannt gegeben, dass in Zukunft bei Beförderungen das Privatleben der möglichen Kandidaten genauer untersucht werde. Der Personalverband der Luzerner Polizei reagiert zurückhaltend.

Ein Schulter-Abzeichen der Luzerner Polizei.

Bildlegende: Der Personalverband der Luzerner Polizei reagiert zurückhaltend auf die angekündigten Massnahmen. Keystone

«Es ist eine aussergewöhnliche Situation. Wir wollen zuerst abwarten, bis wir die Details zu den Massnahmen bei Beförderungen kennen. Vorher wollen wir uns noch nicht konkret äussern. Ausserdem hat das Ansehen der Polizei gelitten», so Othmar Roth, Vizepräsident des Verbands der Luzerner Polizei gegenüber dem Regionaljournal.

Man begrüsse aber die Idee, den Personalverband in Zukunft besser mit dem Sicherheitsdepartement zu vernetzen. So könne man die Anliegen der Polizistinnen und Polizisten besser vertreten und einbringen, so Roth weiter.

Der Luzerner Polizeikommandant Beat Hensler hatte gestern zugegeben, dass er in der Vergangenheit Personalentscheide gefällt habe, die er im Nachhinein nicht mehr machen würde. Deshalb wolle er in Zukunft bei Beförderungen zusätzliche Wertungskritierien und Prozessabläufe einführen. Das Privatleben der Kandidaten soll genauer unter die Lupe genommen werden.

Hensler war Anfang Juli in die Kritik geraten, weil er zwei Kaderleute befördert hatte, die in Gewalttätigkeiten verwickelt gewesen sein sollen. Die zuständige Regierungsrätin Yvonne Schärli beauftragte darauf den Berner alt Oberrichter Jürg Sollberger mit einer Administrativuntersuchung.