Rosengartenstrasse 1 Milliarde für Tram und Tunnel

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Grünes Licht für Rosengarten-Projekt

3:46 min, aus Schweiz aktuell vom 9.2.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Zürcher Regierung beantragt dem Kantonsparlament einen Rahmenkredit von 1'030 Millionen Franken für das Rosengartentram und den Rosengartentunnel.
  • Mit diesem Geld sollen eine neue Tramverbindung vom Albisriederplatz bis zum Milchbuck und ein Strassentunnel zwischen Irchelpark und Wipkingerplatz gebaut werden.
  • Der Tunnel soll im Jahr 2030 fertig sein, die Tramlinien 2032.
  • Der Zürcher Kantonsrat muss das Spezialgesetz und den Rahmenkredit absegnen.
  • Bei einem Referendum gibt es eine kantonale Volksabstimmung.
  • Die Kritik von links und rechts bleibt. Das Projekt sei zu wenig durchdacht, finden SP, Grüne und SVP.

56'000 Autos fahren jeden Tag über die Rosengartenstrasse, mitten durch ein Wohnquartier. Dass die rund 320'000 betroffenen Menschen entlastet werden müssen, ist unbestritten. Die Frage ist bloss: wie?

2013 haben Stadt und Kanton Zürich gemeinsam das Projekt eines Tunnels in Kombination mit einer neuen Tramlinie vorgestellt. Damals ging man in groben Schätzungen noch von Kosten von rund 860 Millionen Franken aus. Zwischenzeitlich rechnete die Regierung mit Kosten von rund 1,7 Milliarden, in seinem konkreten Kreditantrag an den Kantonsrat beantragt die Zürcher Kantonsregierung nun 1,03 Milliarden Franken für das Gesamtprojekt. Am Projekt selber habe man auch nach der Anhörung der Beteiligten nichts geändert, sagt Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh.

«  Das ist und bleibt die beste Lösung. »

Carmen Walker Späh
Zürcher Regierungsrätin

Der Kanton Zürich plant zurzeit, den Tunnel 2030 eröffnen zu können. Die Tramlinien könnten ihren Betrieb ab 2032 aufnehmen.

Kritik bleibt

Einen Strich durch die Rechnung könnten der Regierung die politischen Parteien machen. FDP und CVP sind zwar für das Projekt, die anderen Parteien bleiben jedoch bei ihrer Kritik. Von links und rechts ertönt der Vorwurf, das Projekt sei zu wenig durchdacht – allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Grüne und SP fordern weniger Verkehr, die SVP will für so viel Geld mehr Platz für Autos schaffen.

«  Für dieses Geld wollen wir mehr Kapazität auf der Strasse. »

Mauro Tuena
Präsident SVP Stadt Zürich

Im Quartier selber sind die Meinungen ebenfalls geteilt. Für den Quartierverein ist der Tunnel eine Chance. Für die IG Westtangente Plus geht alles zu lange. Das Megaprojekt mit Tram und Tunnel sei eine Ausrede, erst einmal lange Zeit nichts zu tun, um die Lebensqualität an der Rosengartenstrasse zu verbessern.