Aktive Hausbesetzer in der Stadt Zürich

Am vergangenen Wochenende sind in der Stadt Zürich gleich drei Häuser besetzt worden. In zwei Fällen unterband die Stadtpolizei die Aktionen, eine Besetzung in Albisrieden lässt sie gewähren.

Ein blaues Banner mit der weissen Aufschrift "besetzt"

Bildlegende: Solche Banner wie dieses beim Koch-Areal flatterten am Wochenende an drei neuen Orten der Stadt Zürich. Keystone

Eine Papeterie in Altstetten, eine ehemalige Denner-Filiale im Kreis 4 und ein Mehrfamilienhaus in Albisrieden. Diese Häufung überrascht selbst Marco Cortesi, den Sprecher der Zürcher Stadtpolizei. «So etwas habe ich noch nie erlebt», sagte er dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Allerdings betont er, die drei Fälle seien sehr unterschiedlich. Die Papeterie in Altstetten stehe nicht leer und der Mieter sowie der Besitzer hätten Anzeige erstattet. «Deshalb haben wir die fünf Personen, die sich illegal im Haus befanden, festgenommen. Gegen sie läuft ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch.»

Zurzeit 35 besetzte Häuser

Friedlicher verliefen die anderen beiden Besetzungen. An der Engelstrasse im Kreis 4 wollten einige Leute in einer ehemaligen Denner-Filiale ein illegales Fest feiern. Die Polizei schritt jedoch schnell ein und die Feierwilligen zogen weiter.

Nicht weiterziehen müssen die Besetzer in Albisrieden. Sie dürfen vorläufig in der besetzten Liegenschaft bleiben. Marco Cortesi: «Dieses Gebäude steht leer und es liegt kein Projekt vor. In diesen Fällen unternehmen wir nichts.»

Insgesamt habe die Stadtpolizei Zürich Kenntnis von 35 besetzten Liegenschaften auf Stadtgebiet, so Marco Cortesi: «Die meisten davon sind klassische Besetzungen. Das heisst, die Gebäude stehen leer. Da gehen wir nach dem Zürcher Modell vor.»

Dieses Modell sieht vor, dass die Polizei eine Besetzung nicht unterbindet, solange eine Liegenschaft leer steht und keine Abbruch-, Neubau- oder Umnutzungsbewilligung vorliegt.