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Anpassung Berufsbildungsfonds Alle Arbeitgeber sollen einzahlen

Der kantonale Berufsbildungsfonds soll umstrukturiert werden. Neu sollen alle Betriebe in den Fonds einzahlen, auch diejenigen, die Lehrlinge ausbilden. Das Ziel: Das System soll gerechter werden.

Ein Puppenkopf mit Lockenwicklern, daneben stehen zwei junge Frauen
Legende: Die Lehrmeisterin, rechts, begutachtet das Eindrehen der Lockenwickler an einem Puppenkopf ihrer Lernenden. Keystone

Der Berufsbildungsfonds funktioniert auf den ersten Blick nach einem einfachen Prinzip: Wer Lehrlinge ausbildet, bekommt Geld aus dem Topf, wer keine Lehrlinge ausbildet, äufnet den Topf. Auf den zweiten Blick jedoch erweist sich das System als schwierig.

Zu komplexe Strukturen

Der Grund: Im Kanton Zürich gibt es eine grosse Anzahl von Betrieben mit verschiedenen Strukturen. Beispielsweise Betriebe mit verschiedenen Niederlassungen oder solche, die als Holding organisiert sind. Da stelle sich die Frage: zählt eine Niederlassung oder zählt die ganze Firma als Betrieb, sagt Lukas Furler, Präsident der Berufsbildungskommission gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Vereinfachung des Systems

Die Berufsbildungskommission bat deshalb den Zürcher Regierungsrat, die Regeln anzupassen und zu vereinfachen. Die Gesetzesänderung, welche die Zürcher Regierung ausgearbeitet hat, sieht nun vor, dass alle Betriebe in den Berufsbildungsfonds einzahlen, auch diejenigen, die Lehrlinge ausbilden. Der Beitrag, den die Betriebe einzahlen müssen, ist von der Grösse des Betriebes abhängig, konkret bezahlen sie ein Promille der Lohnsumme.

Mit der Neuorganisation wird der Berufsbildungsfonds fairer und der administrative Aufwand kleiner.
Autor: Lukas FurlerPräsident Berufbildungskommission Zürich

Den Gesetzesentwurf für eine Anpassung des Berufsbildungsfonds hat der Zürcher Regierungsrat nun in die Vernehmlassung geschickt. Dieser dürfte es einfacher haben als die Einführung des Gesetzes vor acht Jahren. Damals war der Widerstand des Gewerbes gross. Dies hat sich nun geändert, sagt Thomas Hess, Geschäftsleiter des kantonalen Gewerbeverbandes: «Der Fonds funktioniert, die Lehrlingsbetriebe profitieren tatsächlich». Die gesetzliche Anpassung begrüsst Thomas Hess grundsätzlich. Er zweifelt jedoch, ob der administrative Aufwand für den einzelnen Betrieb tatsächlich kleiner wird.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Heidy Rüegg (heidy70)
    Das ist nicht in Ordnung, dass Firmen die Lehrlinge ausbilden auch noch in den Fond einzahlen müssen. Richtig wäre das Firmen die nicht ausbilden so viel in den Fond einzahlen müssen, dass sie gerne Lehrlinge ausbilden würden. Erst wenn es ans Geld geht, wird ihnen klar um was es geht. Jede Firma die Fachpersonal braucht, soll dieses auch ausbilden! Wenn für jeden Arzt aus dem Ausland 1 Million bezahlt werden müsste würde der nummerus clausus sofort aufgehoben.
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  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Total falscher Ansatz, da werde die bestraft die Lehrlinge ausbilden, das kann nur vom Bund kommen.
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