App sorgt für Ärger bei den Angestellten

«Züri wie neu» - mit dieser App kann die Zürcher Bevölkerung seit anderthalb Jahren Schäden aller Art in der Stadt dem Tiefbauamt melden. Bei den Nutzern kommt das Angebot an, für die Mitarbeiter im Tiefbauamt ist die App unnötig und arbeitsintensiv.

Wird im Durchschnitt fünfmal täglich betätigt: Die «Züri wie neu»-App.

Bildlegende: Wird im Durchschnitt fünfmal täglich benutzt: Die «Züri wie neu»-App. SRF

Ein Loch in der Strasse, Sprayereien oder vermüllte Tramhaltestellen: Seit gut anderthalb Jahren können Smartphone-Benutzer solche und andere Probleme unkompliziert via App dem städtischen Tiefbauamt von FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger melden.

Fünf Meldungen pro Tag gehen durchschnittlich ein. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage des Grünliberalen Gemeinderats Samuel Dubno hervor. Darin wird auch erwähnt, dass das Angebot bei den Nutzerinnen und Nutzern auf grosse Akzeptanz stosse. Anders sieht es aus bei jenen Amtsmitarbeitern, welche die Schadensmeldungen bearbeiten müssen. Für sie bringe die App nichts, ausser Mehrarbeit, lautet der Tenor in einer verwaltungsinternen Umfrage. Drei Viertel der gemeldeten Schäden hätten sie auch selbst entdeckt, sagen die Angestellten. Und: Über die Hälfte der Meldungen hätten sich als nichtig entpuppt.

«Die Verwaltung ist für die Bevölkerung da»

Trotzdem hat das Departement Leutenegger entschieden, die App definitiv weiterzuführen. Dank ihr habe man nun einen direkten Draht zu den Smartphone-Nutzern, zu Leuten, die vielleicht nicht extra für eine Schadensmeldung auf ein Amt gehen würden. «Diese Leute geben uns wertvolle Inputs», sagt Amtssprecher Mike Sgier. Auch Vorstossverfasser Samuel Dubno ist der Meinung: «Die Verwaltung ist schliesslich für die Bevölkerung da und nicht umgekehrt.»