«Ausgliederungen machen Sinn für Winterthur»

In Winterthur wird derzeit heftig diskutiert, ob die Stadt gewisse Dienstleistungen auslagern oder gar privatisieren soll. Ein Experte ist der Meinung, dass Winterthur damit sein strapaziertes Budget deutlich entlasten könnte.

Stadttheater, Stadtwerk, Stadtgärtnerei, die städtischen Alters- und Pflegeheime - all diese Einrichtungen sollte Winterthur privatisieren, fordert Markus Wenger, Fraktions-Chef der FDP im Winterthurer Gemeinderat. Mit solchen Privatisierungen könnte Winterthur seine finanziellen Probleme lösen: «Man wird unternehmerischer, und das hat zur Folge, dass die Stadt weniger für die Leistungen bezahlen muss.»

Ganz anderer Meinung ist SP-Präsident Christoph Baumann. Der Spareffekt sei eher klein: «Solche Privatisierungen kommen immer gleich heraus: Die Gewinne werden für Einzelne gesichert, und die Mehrheit muss dafür zahlen.» Deshalb ist Baumann gegen solche Privatisierungspläne.

Winterthur ist spät dran

«Wenn Städte gewisse Dienstleistungen auslagern, sparen sie zwischen fünf und zehn Prozent», sagt dagegen Reto Steiner, Professor für öffentliches Management an der Universität Bern. Deshalb könnte dies für Winterthur durchaus sinnvoll sein.

«Winterthur kommt mit diesen Plänen aber eher spät», so Steiner weiter. Denn: schon seit den 90er-Jahren gliedern öffentliche Verwaltungen in der Schweiz und Europa gewisse Dienstleistungen aus - mit guten Erfahrungen.