Ausländische Informatiker: Ergänzung statt Konkurrenz

Schweizer Informatikerinnen und Informatiker verlieren ihre Jobs nicht wegen ausländischen Fachkräften. Zu diesem Schluss kommt eine branchenspezifische Untersuchung des Amts für Wirtschaft und Arbeit im Kanton Zürich.

Informatiker bei der Arbeit

Bildlegende: «Informatiker» ist ein weiter Begriff. Aus Drittstaaten werden vor allem Spezialisten angestellt. Keystone

Billige Programmierer aus Indien, die einheimische Fachkräfte den Job kosten: Diese Geschichte hört man immer wieder. In Zusammenarbeit mit 20 Firmen aus der IT-Branche ist das kantonale Amt für Arbeit und Wirtschaft diesem Vorwurf nachgegangen. Die Firmen analysierten dazu interne Daten. Das Fazit: Der Vorwurf stimme nicht.

Neue Projekte schaffen neue Arbeitsplätze

Der Kanton Zürich vergibt nach Angaben von Amtschef Bruno Sauter «ein paar Hundert Arbeitsbewilligungen» für Informatiker aus Drittstaaten. Genauere Zahlen kann er nicht nennen. Dabei handle es sich um Spezialisten, die besondere Aufgaben wahrnehmen würden: «Sie führen Systeme ein, meistens im Rahmen von Projekten.» Im Rahmen solcher Projekte würden dann auch Schweizer angestellt. «Übers Ganze gesehen, ist das eine positive Entwicklung», sagt Sauter.

Unterstützung für einheimische Arbeitnehmer

Jean-Marc Hensch, Geschäftsführer des Verbands der IT-Anbieter, bestätigt diese Darstellung. Dass die Arbeitslosigkeit unter Schweizer Informatikern zugenommen habe, habe nichts mit den ausländischen IT-Spezialisten zu tun. «Informatiker aus dem Ausland haben ein ganz anderes Profil als die einheimischen, arbeitslosen Informatiker.»

Der Kanton fördere die einheimischen Arbeitskräfte, sagt Bruno Sauter. Es seien auch bereits Massnahmen getroffen worden, zum Beispiel wurden die Berufsbezeichnungen angepasst und vereinheitlicht. Firmen, die ältere Arbeitnehmer anstellen, sollen zudem eine Art Gütesiegel erhalten.