Fusion der Kirchgemeinden Das Ende des Dorfpfarrers im Kanton Zürich

Jährlich verliert die Reformierte Landeskirche des Kantons Zürich rund 5‘000 Mitglieder. Deshalb strebt die Landeskirche grossflächige Fusionen einzelner Kirchgemeinden an. Der klassische Dorfpfarrer dürfte damit vielerorts passé sein.

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Ende des Dorfpfarrers

8:45 min, aus Schweiz aktuell vom 1.3.2017

Das kleine Dorf Schlatt unweit von Winterthur stellt ein Paradebeispiel dafür dar, wie sich die Reformierte Landeskirche des Kantons Zürich wandelt. Über die vergangenen Jahre ist die Zahl der Mitglieder der Kirchgemeinde kontinuierlich gesunken – im Moment sind es noch 410. Das Pensum des Dorfpfarrers wurde als Reaktion darauf auf das momentan mögliche Minimum heruntergesetzt, nämlich auf 60 Prozent.

Pfarrer nicht mehr im Dorf

Die Kirchgemeinde Schlatt findet unter diesen Umständen keinen Pfarrer mehr, der langfristig ins Dorf kommt. Zudem stellt das altehrwürdige Pfarrhaus eine finanzielle Last für die Kirchgemeinde dar. Deshalb wird das Haus seit April 2016 neu an eine private Familie als Wohnhaus vermietet – der Pfarrer wohnt eine Autostunde entfernt und kommt sporadisch vorbei, etwa für Traugespräche oder den Konfirmandenunterricht.

Beginn einer Fusionswelle

Schlatt will in rund einem Jahr mit zwei Nachbarsgemeinden zur Kirche Eulachtal fusionieren. Und geht es nach der Reformierten Kirche des Kantons, sollen solche Fusionen kantonsweit geschehen: Aus heute 174 Kirchgemeinden sollen in sieben Jahren noch 39 existieren – so sieht dies das Projekt «KirchgemeindePlus» vor. Und diese Kirchgemeinden sollen genug gross sein, dass sie mindestens einen Pfarrer wieder in Vollzeit anstellen können.