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Zürich Schaffhausen Das Haus, das auch ein Kraftwerk ist

Ein altes Wohnhaus in Zürich wurde so saniert, dass es mehr Strom produziert, als die Bewohner verbrauchen. Solarzellen hat es nicht nur auf dem Dach - auch die Fassade ist ein grosses Panel.

Das Haus, in der Nähe des Schaffhauserplatzes in Zürich, wurde 1982 gebaut. Die privaten Besitzer haben sich nun entschieden, das Gebäude so zu sanieren, dass es den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft entspricht.

Verantwortlich für die Sanierung ist der für nachhaltiges Bauen bekannte Architekt Karl Viridén.

Beim Projektteam wirken neben den privaten Eigentümern auch Stadt, Kanton, der Bund sowie das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich EWZ mit. Die Rede ist von einem «Leuchtturmprojekt». Am Dienstag wurde der fast fertige Bau den Medien präsentiert.

Bei der Sanierung wurde eine Glasfassade erstellt, die Energie produziert. Dafür hat Viridén erstmals ein System verwendet, das Energie in Form von Solarstrom erzeugt und zudem optimal in das Gebäude und die innerstädtische Siedlungsumgebung integrierbar ist.

«Die Stromproduktion des Hauses deckt den Verbrauch für alle 30 Wohnungen ab», erklärt Viridén dem «Regionaljournal». «Am Schluss bleiben sogar noch 20 Prozent übrig, die ins EWZ-Netz eingespiesen werden können.» Nur in den kalten Wintermonaten muss das Haus Strom vom Netz beziehen.

«Wichtiger Beitrag zur Energiewende»

EWZ-Vize-Direktor Benedikt Loepfe hat grosse Erwartungen in das Projekt. Bisher hätten Architekten von solchen Solar-Fassaden die Finger gelassen. «Weil die neue Fassade auch vom Design her überzeugt, hoffen wir, dass das neue Gebäude einen Boom auslöst», sagt Loepfe gegenüber dem «Regionaljournal». Damit wäre das Projekt ein wichtiger Pfeiler für die Energiewende. Denn diese Energiewende finde vor allem bei ganz normalen Haushalten statt.

Ende 2016 ziehen die ersten Mieter in das Haus ein, das auch ein Kraftwerk ist.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    ...und es sieht schlimmer aus, als der grösste Bunker. Denkt man denn heute nicht mehr daran, dass wir Menschen von schönen Sachen beeinflusst werden. Deshalb wahrscheinlich auch von nicht schönen Sachen. Ich habe immer gesagt, ein schöner Platz zieht "schöne (gute)" Leute an, ein wüster Platz eben ... Für die heutigen Bauklotze braucht es wirklich keine echten Architekten mehr. Man verschandelt sogar wunderschöne viligrane Dörfer wie Spiez damit. Ich schlage vor, diese in Deutschland zu bauen.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    So ehrlich ist man immerhin: "Nur in den kalten Wintermonaten muss das Haus vom Netz Strom beziehen". Genau das ist das Problem der Energiewende: Man produziert den Strom nicht dann, wenn man ihn braucht, sondern dann wenn die Sonne scheint oder der Wind weht. Genau das bringt hohe Verluste mit sich und ohne KEV-Beiträge wäre dieses Haus absolut kein Thema. So liegt dieser Bau nun allen Schweizer Stromkonsumenten auf der Tasche. Das ist kein Beitrag zur Energiewende, sondern eine Frechheit.
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