«Das Vorgehen der Stadt am Werdmühleplatz ist falsch»

Zuerst eine Mietzinserhöhung von bis zu 40 Prozent, dann die Kündigung. Die Geschäfte rund um den Zürcher Werdmühleplatz haben in den letzten Tagen happige Post erhalten. Die Vermieterin: Die Stadt Zürich. Nun wollen sich die Mieter wehren - und erhalten Unterstützung von der Politik.

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Stadt Zürich kündigt kleinen Läden

3:49 min, aus Schweiz aktuell vom 28.10.2014

Sechs Geschäftsinhaber rund um den Werdmühleplatz haben von der Stadt Zürich die Kündigung erhalten. Die Begründung: Die Mieten seien zu tief. Weitere Geschäfte müssen in Zukunft massiv höhere Mieten bezahlen - bis zu 40 Prozent beträgt die Erhöhung der Stadt.

Kritik von Links bis Rechts

Doch die Mieter am Werdmühleplatz, gleich neben der Bahnhofstrasse, wollen sich wehren und haben Anita Thanei, die Präsidentin des Schweizer Mieterverbandes, engagiert, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Und sie erhalten Unterstützung aus der Politik. «Das Vorgehen der Stadt ist falsch», sagt Gemeinderätin Rebekka Wyler (SP).

Die Monokultur, welche sich an der Bahnhofstrasse mit internationalen Ketten herausgebildet hat, widerspreche der Strategie der Stadt. Die SP hat deshalb im Stadtparlament eine Anfrage eingereicht, in der sie von der Stadt wissen will, welche Strategie sie am Werdmühleplatz verfolgt.

Auch FDP-Präsident Michael Baumer ist erstaunt über das Vorgehen der Stadt. Er moniert, dass die Stadt nicht mit den Mietern gesprochen habe und auf einen Schlag einen zu hohen Mietzins verlange. Die Stadt Zürich will auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» keine Stellung nehmen zu den Vorwürfen und verweist auf das laufende Verfahren.