Daten von Krebspatienten werden besser geschützt

Die Daten von Krebspatienten am Universitätsspital Zürich werden zu Forschungszwecken genutzt. Mit einem neuen Gesetz soll nun der Schutz dieser Daten besser geregelt werden.

Ein Krebspatientin wird bestrahlt: Wie gut geschützt sind ihre Daten?

Bildlegende: Ein Krebspatientin wird bestrahlt: Wie gut geschützt sind ihre Daten? Keystone (Symbolbild)

«Stellen sie sich vor, diese Daten landen beim Arbeitgeber oder der Versicherung», warnte Kaspar Bütikofer von der Alternativen Liste während der Debatte im Zürcher Kantonsrat. Und auch die freisinnige Astrid Furrer warnte vor «Schindluderei», die mit diesen Daten betrieben werden könnte.

Zwar gibt es am Unispital Zürich schon heute Regeln, wie Ärztinnen und Wissenschaftler mit den Dossiers der Krebspatienten umzugehen haben, wenn sie diese für Forschungszwecke bearbeiten. Es brauche jedoch Regeln, die gesetzlich verbindlich seien, forderte der Datenschützer des Kantons Zürich.

Zu viel Bürokratie?

Der Kantonsrat folgte nun dieser Fordererung und genehmigte ein entsprechendes Gesetz. Die SVP kritisierte zwar, das Gesetz sei «bürokratisch und unverhältnismässig». SVP-Kantonsrätin Ruth Frei warnte sogar davor, «dass die Forschung eingeschränkt wird», ohne dass anderseits die Patienten profitierten. Alle anderen Parteien teilten diese Befürchtungen jedoch nicht.

Patientenschützerin erfreut

Erfreut darüber, dass der Kanton Zürich nun ein solches Krebsregistergesetz geschaffen hat, ist man bei der Zürcher Patientenberatungsstelle. Es sei dringend nötig gewesen, diese Gesetzeslücke zu schliessen, sagt Stellenleiterin Erika Ziltener.

Krebs im Kanton Zürich

Krebs ist die zweithäufigste Todesursache im Kanton Zürich. Etwa 7000 Personen erhalten jedes Jahr eine Krebsdiagnose. Ihre Daten werden in einem Krebsregister hinterlegt. Mit diesen Daten werden Krebsursachen und Risikofaktoren ermittelt und Präventionsstratgien ermittelt. Vor allem sollen die Daten der Forschung helfen, Therapien zu verbessern.