Führungswechsel beim KGV Der Gewerbeverband ist eine «alte Dame» und darf moderner werden

Der Zürcher Gewerbeverband hat mit Werner Scherrer einen neuen Präsidenten. Scherrer ist ehemaliger FDP-Kantonsrat und Stadtrat von Bülach. Er trat vor einer Woche die Nachfolge des früheren SVP-Nationalrats Hans Rutschmann an. Drei Fragen an den neuen Präsidenten des kantonalen Gewerbeverbands:

SRF: «Der Zürcher Gewerbeverband hat rund 18'000 Mitglieder. Zahlreiche Berufsverbände sind ihm angeschlossen. Wie wissen Sie als Präsident des KGV, was zum Beispiel der Bäcker genau braucht?»

Werner Scherrer: «Die Struktur des Gewerbeverbands ist nicht so ausgerichtet, dass sie sich um Einzelinteressen kümmert. Es geht also nicht darum, ob der Bäcker die richtige Hefe verwendet. Das wissen diese Leute selbst am besten. Aber es geht darum, dass auch Bäcker Auflagen haben: zum Beispiel Hygieneauflagen. Unsere Aufgabe ist es nun, sicherzustellen, dass die Betriebe möglichst reibungslos arbeiten können. Das heisst: Wenn ein Bäcker tadellos arbeitet und von den Kontrolleuren dieses Prädikat auch bekommt, schauen wir, dass er vielleicht ein Jahr arbeiten kann, ohne sich wieder um diese Kontrollen kümmern zu müssen.»

«Der Gewerbeverband ist klar bürgerlich aufgestellt. Kann das ein Problem darstellen, wenn neue, urbane Geschäfte angesprochen werden sollen?»

«Eines unserer Ziele ist es, auch unser Bild immer wieder zu hinterfragen. Wir sind 163 Jahre alt, also eigentlich eine alte Dame. Der kantonale Gewerbeverband hat auch die Aufgabe, sich frisch und jung zu halten und sich diesen wechselnen Anforderungen anzupassen.»

«Welche neuen Mitglieder kann der Zürcher Gewerbeverband erreichen?»

«Wir wollen die mordernen Berufe erreichen – also alles was mit ICT (Elektronik und Computertechnik), mit Kreativwirtschaft zu tun hat. Diese Unternehmen sind noch relativ weit weg von uns und für sie wollen wir ein spannender Ansprechpartner werden. Ich bin in einer weiteren Funktion auch Präsident der ICT des Kantons Zürich und habe die Möglichkeit, diese beiden verschiedenen Bereiche – also neue und traditionelle Unternehmen – einander näher zu bringen.»

Das ganze Interview finden Sie als Audio-File in diesem Beitrag. Das Gespräch führte Dorotea Simeon.