Der Rauch für Disneys Zauberwelt kommt aus Zürich

Licht für Rapunzel oder Rauch für Sherlock Holmes. Erfunden werden solche Filmelemente an der ETH in Zürich. Ein Besuch im Disney Research Lab.

Beauty and the Beast

Bildlegende: Auch für den Disney-Klassiker «Beauty and the Beast» kam ETH-Technik zum Einsatz. zvg

In zwei schmucken roten Villen in der Nähe des ETH-Hauptgebäudes wird für Mickey Mouse und Co geforscht. Die Räume sind klein und bunt, jeder trägt den Namen eines Disney Klassikers. Dass es hier vor allem um Computertechnik geht, sieht man auf den ersten Blick nicht.

Direktor Markus Gross führt über eine knarrende Holztreppe in sein Reich, zu «The Beauty and the Beast». Sein Büro ist nach dem Filmklassiker benannt, weil dies sein Lieblingsfilm sei. «Der Film enthält eine wunderschöne Liebesgeschichte und stellt auch technisch einen Meilenstein dar», erklärt Markus Gross.

Rauch für Holmes und Licht für Rapunzel

Was in Zürich technisch erforscht und erprobt wird, sehen weltweit Millionen von Menschen. Zum Beispiel das gleissende Licht im neuen Disney-Film «Rapunzel». «Dieses Plasma, das in der letzten Szene aus dem Prinzen heraustritt, wurde mit der Technologie von hier gemacht» erzählt Markus Gross bei einem Rundgang durch das Hightech-Labor. Und für den Rauch, oder genauer gesagt die «Wavelet Turbulence»-Software, die Sherlock Holmes oder Avatar in Nebel hüllt, bekamen Markus Gross und sein Team den «Tech-Oscar».

«Leider ist dieser nur eine Art Plakette und keine richtige Statue», bedauert Markus Gross schmunzelnd.

Ein Traumjob

Seine Arbeit bei Disney-Research betrachtet der 49-jährige ETH-Professor Markus Gross als Traumjob. Nur die Arbeit als Barmusiker, der in seiner eigenen Bar von 16 Uhr bis 20 Uhr ein bisschen Jazz spielt, könnte er sich ganz gut als Pensionsjob vorstellen.

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Markus Gross

14 min, aus Aeschbacher vom 23.6.2011