Die «Brüder Löwenherz» im poetischen Traumland

Das Zürcher Schauspielhaus eröffnet den vorweihnachtlichen Reigen der Kinderstücke mit «Die Brüder Löwenherz» von Astrid Lindgren. Und es erzählt die Geschichte der beiden ungleichen Brüder erstaunlich ruhig und fein. Mit wunderbaren Schauspielern und lebensgrossen Puppen.

Bühne, grau, Drache

Bildlegende: Der Kampf mit dem Drachen Katla ist ganz schön «gfürchig». zvg/T+T Fotografie

Die Kinderstücke auf der traditionellen Pfauenbühne hatten in den letzten Jahren all das, was kleine Kindertheaterbühnen nicht bieten können. Da gab es üppige Kulissen und live Musik, Schauspieler flogen durch die Luft oder verschwanden im Nichts. Dagegen wirkt die diesjährige Inszenierung von Ingo Berk direkt bescheiden, wohltuend bescheiden.

Er erzählt die Geschichte der Brüder Löwenherz auf einer häufig fast leeren Bühne. Häuser, Bäume und Felsen sind schlicht und naturalistisch, und sämtliche Tiere werden als Holzpuppen nur angedeutet und von Schauspielern geführt.

«Die chömed nonig drus»

Die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren greift in ihrem Buch «Die Brüder Löwenherz» das Thema Tod auf. Und wurde in den 1970er Jahren dafür kritisiert. Der Tod der Brüder Löwenherz bildet auch auf der Bühne den Anfang und den Schluss.

Ob die Brüder wirklich sterben oder ob sie die Abenteuer in Nangijala nur träumen, das interpretierten die kleinen Zuschauer an der Premiere sehr unterschiedlich. Einig waren sie sich aber, dass man mit 8 Jahren bei der Handlung «nonig drus» komme. Ein wunderbares Theatererlebnis sind die Brüder Löwenherz trotzdem. Für Kinder ab 8 Jahren und für Erwachsene.

(fanc; marn; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

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