Die Geschichte eines Mörders

Die Kölner Regisseurin Karin Henkel inszeniert am Zürcher Schauspielhaus das mörderische Drama «Roberto Zucco». Das ist brutales, eindringliches und gescheites Theater.

Dass es in dieser Saison viel um Aussenseiter, Mörder und Tote gehen wird, hat Schauspielhaus-Chefin Barbara Frey bereits letztes Jahr angekündigt. Bestes Beispiel dafür ist «Roberto Zucco», das nun auf der Pfauenbühne Premiere feierte. Darin erzählt der französische Dramatiker Bernard-Marie Koltès die Geschichte eines mehrfachen Mörders. Das Stück ist inspiriert durch einen realen Kriminalfall um den italienischen Mörder und Gewaltverbrecher Roberto Succo.

Succo, Sohn eines Kriminalbeamten, hat in den 80er-Jahren mindestens sechs Menschen kaltblütig getötet, darunter auch seine Eltern. Regisseurin Karin Henkel zeigt seine Morde als Taten ohne Motiv, ungeschminkt, brutal, ohne die Titelfigur zu verherrlichen. Eine eindringliche und gescheite Inszenierung.