Die Rückkehr der Ritter nach Schaffhausen

Schaffhausen war im Mittelalter ein berühmter und wichtiger Austragungsort von spektakulären Ritterturnieren. Mit der Neuauflage eines solchen Turniers im Sommer auf dem Herrenacker und einer Sonderausstellung im Museum Allerheiligen lässt Schaffhausen die Ritterzeit nochmals aufleben.

Hunderte von adligen Rittern trafen sich im Mittelalter jeweils in Schaffhausen zum Wettkampf. Auf ihren Pferden und unter dem Gejohle des Publikums ritten sie mit Lanzen aufeinander los. Gleichzeitig waren solche Turniere ein Grossanlass, bei dem man sich nicht nur aufs Dach gab: Man tanzte an Festbanketten, der Adel hielt Hof, besprach Allianzen, legte Streitigkeiten bei und bahnte Hochzeiten an. Gleichzeitig wurden auch jene schwer bestraft, die gegen den Ehrenkodex der Adligen verstossen hatten.

Kein anderes Ritterturnier in Europa ist derart detailiert und schön beschrieben, wie jenes in Schaffhausen. Zu verdanken hat man dies zwei spanischen Gesandten am Basler Konzil, die im 15. Jahrhundert unabhängig voneinander je an einem Turnier in Schaffhausen teilnahmen.

Auf diesen Quellen stützt sich denn auch die neue Sonderausstellung im Museum Allerheiligen. Sie ist mehr als eine reine Rüstungsschau, sondern zeigt beispielsweise auch die wichtige Funktion der Edeldamen. Diese spielten eine Rolle als Anklägerinnen, wenn sich ein Ritter unehrenaft benommen hatte, erklärt Kuratorin Bettina Bussinger im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Im Juli findet zudem auf dem Herrenacker eine möglichst authentische Neuauflage eines Ritterturniers statt. Die besten Reiter Europas duellieren sich dann im Lanzenstechen.