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Zürich Schaffhausen «Die Stadt Zürich leidet etwas an Grössenwahn»

Er ist 41 Jahre alt, im Kanton Uri aufgewachsen und wohnt seit 16 Jahren in der Stadt Zürich: der Grünliberale Daniel Hodel. Er ist Inhaber einer Software-Firma und sitzt im Zürcher Kantonsrat. Zuvor war er Mitglied der FDP. Ausgerechnet den Stadtrats-Sitz dieser Partei möchte er nun angreifen.

Daniel Hodel, Stadtratskandidat der Grünliberalen, in seinem Büro
Legende: Daniel Hodel gründete das Software Unternehmen BDH Solutions vor 13 Jahren. SRF

Daniel Hodel ist Inhaber eines Software-Unternehmens in Glattbrugg, der BDH Solutions. Die Firma gründete der Ingenieur und Informatiker zusammen mit zwei Kollegen vor 13 Jahren. Nach ersten Startschwierigkeiten floriert die Firma heute, Daniel Hodel ist stolz darauf. Als Stadtrat müsste er das alles aufgeben. «Einerseits tut das weh, andererseits bin ich nun in einem Alter, in dem man sich einen weiteren Schritt überlegt.»

Finanzielles Polster statt Schulden

Politik liege ihm am Herzen, sagt Hodel. Als Stadtrat würde er sich vor allem für einen ausgeglichenen Haushalt einsetzen. Das sei nötig, damit die Stadt ein genügend grosses Polster habe für die grossen Herausforderungen der Zukunft - etwa für die Energiewende.

Er habe aber auch eine soziale Ader: So unterstütze er den gemeinnützigen Wohnungsbau in Zürich. Gegen Luxusprojekte wehrt er sich vehement: «Das kann und soll sich die Stadt nicht leisten.» Darunter fällt für ihn ein überdimensioniertes Kongresszentrum oder ein zweites, teures Fussballstadion: «Da krankt die Stadt Zürich vielleicht etwas an Grössenwahn.»

Aus Liebe zur Umwelt zur GLP gewechselt

Als Schulpfleger politisierte er noch für die FDP, wegen der Umwelt wechselte er zur GLP. In seiner Freizeit geht er gerne in die Natur und am Abend geniesst er ein Glas Wein. Doch viel Freizeit bleibt ihm nicht. Der Wahlkampf beansprucht ihn mehr als er gedacht hätte, gibt er zu.

Die Grünliberalen sehen bei dieser Ersatzwahl ihre grosse Chance. Mit ihrem Wähleranteil von rund zehn Prozent hätten sie rein rechnerisch Anspruch auf einen Sitz im Zürcher Stadtrat, während die FDP mit zwei Stadträten eher übervertreten ist. Trotzdem wird der GLP-Kandidat Daniel Hodel von keiner weiteren Partei unterstützt. Bei solchen Dämpfern ist ihm seine Frau Monika eine grosse Stütze. «Sie gibt mir ein gutes Gefühl, dass ich das Richtige mache.» Sie sind seit zwölf Jahren verheiratet und leben in Zürich-Affoltern.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Kurt E. Müller, Zürich
    Tönt gut, die Grünliberalen sind für mich sowieso die einzig wählbare Partei, alle anderen sind einfach zu extrem und haben den Bezug zur Realität längst verloren. Warum sollte man nicht anständig Geld verdienen, gut leben und trotzdem der Umwelt Sorge tragen können? Es gibt nicht nur das Entweder-Oder der grossen Parteien.
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