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Wegen teurem BMW Direktor von Entsorgung und Recycling Zürich freigestellt

Abfallcontainer.
Legende: Bereits beim Ausbau des Kehrichtkraftwerks Hagenholz gab es Kritik am Direktor des ERZ. Keystone
  • Der Vorwurf: Urs Pauli, Direktor des ERZ, soll ein teures Auto gekauft, dieses als Dienstfahrzeug abgerechnet und dann privat genutzt haben.
  • Stadtrat Filippo Leutenegger hat Strafanzeige eingereicht. Es gilt die Unschuldsvermutung.
  • Die Vorgeschichte: Der Stadtrat hat den Direktor bereits im Zusammenhang mit dem Kehrichtkraftwerk Hagenholz ermahnt: Damals wurde gegen interne Vorschriften verstossen, der Objektkredit wurde überschritten.
  • Der Angeschuldigte wehrt sich gegen die Vorwürfe. Er habe das Auto gekauft, habe es aber nicht widerrechtlich privat genutzt. Er habe dafür ein Bewilligung erhalten.

Bereits Ende 2015 wurde bekannt, dass es beim Bau des Logistikzentrums Hagenholz zu Unstimmigkeiten gekommen war: Die Kontrolle funktionierte nicht, Aufträge wurden ohne die vorgeschriebenen Ausschreibungen vergeben, Kompetenzen wurden überschritten und viele Unterlagen sind nicht mehr vorhanden. Verantwortlich war bereits damals der Direktor des ERZ.

Stadtrat Filippo Leutenegger rügte den Direktor, beliess es aber dabei. Denn eine Untersuchung zeigte, dass ihm strafrechtlich nichts vorzuwerfen war.

Teures Auto über die Stadt abgerechnet

Dies soll sich nun geändert haben. Stadtrat Filippo Leutenegger hat Strafanzeige erstattet – wegen «ungetreuer Amtsführung im Zusammenhang mit Dienstfahrzeugen».

Mein Verdacht ist: Urs Pauli hat die Bewilligung selbst unterschrieben. Ich musste ihn freistellen.
Autor: Filippo LeuteneggerZürcher Stadtrat (FDP)

Konkret hat der Amtsdirektor einen BMW für über 100'000 Franken gekauft und über die Stadt abgerechnet. Dies ist unbestritten. Der Vorwurf von Stadtrat Filippo Leutenegger lautet, Urs Pauli habe den Wagen privat genutzt, was städtischen Angestellten verboten ist.

Ich habe einen Vertrag aus dem Jahr 1999, der mir den privaten Gebrauch des Dienstwagens erlaubt.
Autor: Urs PauliFreigestellter Direktor des ERZ

Genau dagegen wehrt sich Urs Pauli. Die private Nutzung sei rechtens gewesen, denn er habe dafür eine Bewilligung. Er ist deshalb auch enttäuscht darüber, dass er von Filippo Leutenegger per sofort freigestellt wurde.

Allerdings scheint Urs Pauli eingesehen zu haben, dass seine Zeit bei der Stadt abgelaufen ist. Seit Januar habe es «Trennungsgespräche» gegeben, sagt Filippo Leutenegger. Nun hat Urs Pauli seinen «frühzeitigen Altersrücktritt» eingereicht.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Glauser (mgl)
    Diese Angelenheit ist wohl nur eine kleine Sache. Von mir aus sollte man auch die unsinnigen Werbebudgets von anderen Staatsbetrieben, z.B. ZKB und EWZ, hinterfragen.
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  • Kommentar von Eberhard Walther (E. Walther)
    Das alte Sprichwort gilt noch! Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht. Es hat halt etwas gedauert! Mal sehen ob dieser Vorfall auf den Apparat positive Auswirklung hat. Wünschbar ist es, sind es doch unsere Steuerfranken die hier vielfältig eingesetzt werden. Wie überall, doch ganz besonders für eine so grosse Dienstabteilung wie das ERZ, ist das "controlling" und die notwendige Transparenz durch die Stadtverwaltung ganz entscheidend und ausschlaggebend. Hoffen wir auf gute Einsicht.
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  • Kommentar von Joel Busch (Joel)
    Ich frage mich ob die Leute die sowas machen, also öffentliche Ressourcen für private Zwecke nutzen, sich eigentlich bewusst sind, dass das nicht einfach nur ein netter kleiner Trick zum Sparen ist, sondern Korruption?
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