Ein Experiment: Ballett und Jazz im Zürcher Opernhaus

„Restless“ heisst der neue Ballettabend im Zürcher Opernhaus. Unter diesem Titel verbindet Ballettchef Christian Spuck vier sehr unterschiedliche Stücke. Als einzig neue Choreografie tanzt das Ensemble „Dialogos“, das der Tänzer Filipe Portugal zusammen mit dem Musiker Nik Bärtsch entwickelt hat.

Ein Tänzer in schwarzen Kleidern verbiegt sich nach hinten

Bildlegende: «Restless»: Klassisches Ballett trifft auf Jazz zvg

Nik Bärtsch trifft man normalerweise in Clubs, wie dem Exil oder dem Moods im Zürcher Industriequartier. Im Stück «Dialogos» sitzt er nun mit seinen Mitmusikern weit hinten auf der grossen leeren Bühne des Opernhauses Zürich. Von dort aus legen sie den musikalischen Teppich für die 30 Tänzerinnen und Tänzer, die manchmal allein, manchmal als Paar oder als Ensemble aus dem Nichts auftauchen.

Eine klare Tanzsprache entwickelt sich nicht, die Bewegungen wirken eher zufällig. Und die Musik, die bietet wenig Spannung. Nik Bärtsch liebt die Wiederholung, das Repetitive. So hinterlässt das letzte Stück in diesem vierteiligen Abend einen eher blassen Eindruck.

«Das ist kein Nussknacker»

Ganz anders der Auftakt, «New Sleep» von Wiiliam Forsythe. Ein unglaublich präzis choreografiertes und genauso präzis ausgeleuchtetes Spiel um ein seltsames Trio. Der Ballettchef Christian Spuck liess es bereits vor zwei Jahren tanzen. Auch Skew-Whiff von Sol Leon und Paul Lightfood hat man in Zürich schon gesehen. Und auch wenn eine Dame im Publikum bedauert, das sei leider kein «Nussknacker», so ertönt zu Skew Whiff wenigstens Musik von Gioachino Rossini.

Das vierte Stück des Abends «Aria» entstand 2012 für Christian Spucks Abschiedsgala in Stuttgart. Es ist ein ruhiges, zweiteiliges Duett für zwei Tänzer, das an diesem eher lauten Abend fast untergeht.