Ein Gentech-Apfel gegen den Feuerbrand

Im Kampf gegen den Feuerbrand will die ETH Zürich einen neuen Gentech-Versuch starten. Auf der Forschungsanlage Reckenholz in Zürich-Affoltern plant sie, genetisch veränderte Apfelbäume freizusetzen.

Gala-Äpfel werden in einer Kiste zum Verkauf angeboten.

Bildlegende: Gala-Äpfel: Die ETH will wissen, ob sie mit Gentech resistenter gegen Feuerbrand werden. Keystone

Lässt sich mit genetisch veränderten Apfelbäumen die bakterielle Krankheit Feuerbrand bekämpfen? Das wollen ETH-Forschende am Agroscope-Standort Reckenholz in Zürich herausfinden. Sie möchten im nächsten Jahr einen Freisetzungsversuch mit genetisch veränderten Apfelbäumen starten.

Die Wissenschaftler interessiert vor allem, ob sich durch ein eingebrachtes Resistenz-Gen die Sorteneigenschaften verändern. Experimente im Gewächshaus hätten gezeigt, dass die gentechnisch veränderten Apfelbäume der Sorte Gala eine hohe Resistenz gegen Feuerbrand aufwiesen, teilte die Agrarforschungsanstalt Agroscope mit.

Im Feldversuch in Zürich-Affoltern soll nun untersucht werden, ob sich die genetisch veränderten von herkömmlichen Gala-Sorten unterscheiden. Die Wissenschaftler interessiert beispielsweise, ob sich das Wachstum der Bäume verändert.

Gesuch beim Bund eingereicht

Für Feldversuche mit gentechnisch veränderten Organismen ist eine Bewilligung des Bundes nötig. Anfang Oktober hat die Forschungsanstalt deshalb ein entsprechendes Gesuch beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht.

Der Versuch in Zürich-Affoltern soll im Frühling 2016 starten und bis zu fünf Jahre dauern. Die dafür verwendeten Apfelpflanzen werden laut Mitteilung keinen unmittelbaren Nutzen für die Landwirtschaft haben. Mit dem Versuch wolle Agroscope vielmehr «zur differenzierten Beurteilung von Vor- und Nachteilen neuer Züchtungstechnologien für Nutzpflanzen beitragen», heisst es.