Ein Kompass für die Kultur

Obwohl die Stadt sparen muss, soll Winterthur Kulturstadt bleiben. Der Stadtrat liess sich deshalb mehr als ein Jahr Zeit, um das neue Kulturleitbild auszuarbeiten. Finanziert werden soll die Kultur vermehrt von Privaten und dem Kanton.

Gebäude der Sammlung Oskar Reinhard in Winterthur

Bildlegende: Das Gebäude der Sammlung Oskar Reinhart wurde 2010 renoviert. Als kulturelle Institution bleibt es weiterhin zentral. Keystone

Mit dem neuen Leitbild erfindet Winterthur die Kultur nicht neu, sie wird auch nicht neu organisiert. Die Schwerpunkte zeigen: Winterthur setzt weiterhin auf Bewährtes, nämlich Musik und Museen.

Diese beiden Gebiete sollen weiter gestärkt und unterstützt werden, hiess es an der Medienkonferenz. Das bedeute allerdings nicht, betonte Stadtpräsident Michael Künzle, dass andere, die nicht in den Schwerpunkten enthalten seien, nichts mehr erhalten würden: «Selbstverständlich braucht es die Vielfalt in dieser Stadt.» Daran werde man weiter arbeiten.

Mit wie viel Geld die Schwerpunkte unterstützt werden sollen, wurde nicht gesagt. Das sei auch richtig, meinte Künzle dazu. Ein Leitbild sei ein strategisches Papier, ein Kompass. «Es wäre falsch, hier einzelne Zahlen einzusetzen.» Dies geschehe nun in den Diskussionen über die Verteilung der Subventionsbeiträge.

Die Hoffnung ruht auf dem Kanton und Privaten

Das Leitbild mache aber klar, dass die Stadt in der Finanzierung des Kulturbudgets auf neue Modelle setze, führte Künzle weiter aus: Konkret sollen vom Kanton und privaten Sponsoren und Gönnern Geld in die Winterthurer Kulturkasse fliessen.

Michael Künzle ist zuversichtlich, dass der Kanton etwas springen lassen wird:

«  Wir haben eine Strahlkraft und müssen dem Kanton Zürich auch etwas wert sein. »

Michael Künzle
Stadtpräsident Winterthur

Ausserdem sei Winterthur im kantonalen Kulturleitbild aufgeführt, betonte Künzle. Der Kanton sei offen für Verhandlungen und habe bereits entsprechenden Gesprächen zugesagt.