«Ein Korsett hat nichts mit Unterwerfung zu tun»

Früher liessen sich adlige Damen ins Korsett schnüren um ihre Taille aufs Vorteilhafteste zu betonen. Heute schneidert die Korsettmacherin Beata Sievi in ihrem Atelier in Winterthur Frauen von 17 bis 70 Korsetts auf den Leib. Es sind Frauen, die sich etwas Besonderes gönnen wollen.

Die Kunden, die das Atelier «entre nous» von Beata Sievi in Winterthur betreten, sind so verschieden, wie die Korsetts, die dort hergestellt werden.

Beate Sievi, Corsettière aus Winterthur.

Bildlegende: Beata Sievi trägt ihre Kreationen auch selbst - nicht zum Arbeiten im Atelier - sondern auf Bällen. zvg

Beata Sievi schneidert Korsetts aus allen Epochen, von Rokoko bis zur Moderne, aus Samt, Seide und Leder - ganz nach den Wünschen ihrer Kundinnen.

Diese sind 17 bis 70jährig und sehen das Korsett als Inszenierung ihrer Weiblichkeit, eine Art Kunst am Körper, die individuell Schönheit und Sinnlichkeit betonen soll. Die Korsetts von Beata Sievi verschwinden deshalb nicht unter der Kleidung, sondern werden an Bällen, Hochzeiten oder im Ausgang getragen.

Beata Sievi tritt gegen das Vorurteil an, dass ein Korsett die Frau zu einem Opfer der Mode macht: «Ein Korsett verleiht einer Frau einen gewissen Stolz. Schon deshalb hat es mit Unterwerfung nichts zu tun.»