Erfolgreich, aber arm

Das Theater Kanton Zürich spielt vor vollen Rängen. Dennoch fehlt es ihm an Geld. Weil der Kanton einen 2-Millionen-Kredit zurückhält, muss das Theater den Gürtel enger schnallen.

Publikumserfolg: Die zürichdeutsche Version des Berner Goalis.

Bildlegende: Publikumserfolg: Die zürichdeutsche Version des Berner Goalies. zvg

«Wir hätten die zwei Millionen gut gebrauchen können», sagt Theater-Direktor Rüdiger Burbach am Rande der Präsentation des neuen Programms. Weil das Theater aus den laufenden Aufnahmen keine Investitionen finanzieren kann, müssen nun verschiedene Projekte zurückgestellt werden. Etwa der Kauf einer neuen Beleuchtungsanlage oder einer neuen Tribüne.

20'000 Zuschauer erwartet

Dabei ist das Theater, das mit seinen Vorstellungen durch den ganzen Kanton tourt, bestens unterwegs. Wenn auch die Openair-Saison im Sommer gut läuft, dürften in dieser Spielzeit 20'000 Zuschauerinnen und Zuschauer die TZ-Vorführungen besuchen. Mit Stücken wie der zürichdeutschen Version des Romans «Der Goalie bin ig» oder der Komödie «Dinner für Spinner» traf Burbach offenbar den Geschmack des Publikums.

Zudem erhielten die Inszenierungen und das Ensemble immer beste Kritiken. Und dies, obwohl das Ensemble zu Tiefstlöhnen arbeitet. Auch das sollte sich ändern, wenn der Kanton mehr Geld locker machen würde. «Die Löhne entsprechen nicht der Qualität», meint Burbach. Einen neuen Antrag hat er bereits eingereicht, wann er behandelt wird, ist noch offen.

Schiller und Gotthelf

Inzwischen macht das erfolgreiche aber arme Theater unbeirrt weiter. Neu auf dem Spielplan stehen Gotthelfs «Die schwarze Spinne» und Schillers «Don Carlos».