Ersatzwahl in den Zürcher Stadtrat: Die SVP macht weiter Druck

Dem Kandidaten vorschreiben, was er sagen soll oder ihn auswechseln: Das schlägt die SVP den Freisinnigen vor mit Blick auf den zweiten Wahlgang in den Stadtrat von Zürich. Bei der SP denken derweil Kräfte über eine stärkere Unterstützung des AL-Kandidaten nach.

Portrait von Richard Wolff und Marco Camin auf der Goldwaage

Bildlegende: Camin oder Wolff: Das ist die Frage im 2. Wahlgang für den Zürcher Stadtrat. Über die richtige Taktik wird gestritten. SRF/Colourbox

«So, wie das bis jetzt gelaufen ist, geht es nicht.» SVP-Präsident Roger Liebi nimmt beim Streitgespräch im Studio des «Regionaljournals» kein Blatt vor den Mund. Die FDP solle ihrem Kandidaten sagen, was für Positionen er zu vertreten habe oder ihn auswechseln. Falls die FDP das nicht fertigbringe, helfe die SVP gerne.

Der Slalom-Vergleich

Doch Michael Baumer, Präsident der FDP der Stadt Zürich, sieht keinen Anlass, um auf die Forderungen der SVP einzutreten: «Schliesslich hat Marco Camin den ersten Lauf für sich entschieden». Im Slalom wechsle man den Führenden des ersten Laufes auch nicht aus gegen jemanden, der noch nie auf den Ski gestanden habe.

«Bestätigung der links-grünen Politik»

Gelassen sieht Andrea Sprecher dem Schlagabtausch der rechten Parteien zu. Durch das gute Abschneiden von Richard Wolff von der Alternativen Liste sieht sie die rot-grüne Politik in der Stadt Zürich bestätigt. So gesehen könne man über den Entscheid zur Stimmfreigabe in der Ersatzwahl durchaus noch einmal nachdenken, meinte sie in der Diskussion im «Regionaljournal», auch wenn sie persönlich es wichtig fände, dass auch die bürgerlichen Kräfte in der Stadtregierung vertreten seien.