«Es gibt genug Fachkräfte im Inland, man muss sie nur anstellen»

Seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative geht sie um, die Angst vor zu wenig Fachkräften. Diese Angst ist unbegründet, sagt jetzt eine neue Studie der Ostschweizer Kantone, Aargau, Zürich und Zug. Sie müssten nur richtig vermittelt werden. Der Ball liege bei den RAV und den Unternehmen.

Eine Frau geht eine Treppe runter.

Bildlegende: Die Arbeitslosen sind mobil, besonders die gut Ausgebildeten. Keystone

Heute stammen viele gut ausgebildete Angestellte aus dem Ausland. Der Informatiker aus Deutschland etwa oder der Ingenieur aus den USA. Seit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative, welche die Zuwanderung beschränken will, fürchten die Firmen, zu wenig gut ausgebildete Angestellte zu finden.

Diese Angst sei unbegründet, sagt jetzt eine neue Studie der Amosa, der Arbeitsmarktbeobachtung Ostschweiz, Aargau, Zug und Zürich.

Jeder vierte Arbeitslose habe ein Studium abgeschlossen. Für eine Informatikstelle hätten die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV sieben Bewerberinnen und Bewerber, für eine Ingenieurstelle deren vier.

«  Es ist wichtig, dass die Wirtschaft begreift: So geht das nicht. »

Ernst Stocker
Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Zürich

«Man kann nicht sagen, es gebe zu wenig Leute, wenn man gleichzeitig die Arbeitslosen aus dem Inland nicht anstellt», findet Volkswirschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP).

Die Firmen müssten das Potential im Inland besser ausschöpfen, schreiben auch die Autoren der Studie. Und Edgar Spieler vom Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit sagt: «Wir wissen, dass die RAV bei den Firmen nicht an erster Stelle stehen als Ansprechpartner. Besonders bei gut Ausgebildeten». Hier gebe es Verbesserungspotential. Die RAV wollen sich in Zukunft besser vernetzen und besser informieren. Und sie planen vermehrt spezielle Anlässe wie Job-Messen oder Job-Speed-Datings.