Euro-Schock: Handwerker, Beizer und Hoteliers leiden

Unter der Aufhebung des Euro-Mindestkurses leiden vor allem die grenznahen Kantone. Wie eine kleine Umfrage im Kanton Schaffhausen zeigt, haben vor allem die kleineren Handwerksbetriebe, die Gastronomie und die Tourismusbranche mit teils massiven Umsatzeinbussen zu kämpfen.

Kartenständer in Stein am Rhein

Bildlegende: In grenznahen Orten, wie hier in Stein am Rhein, sind die Übernachtungszahlen wegen des starken Frankens zurückgegangen. Keystone

Er habe eine katastrophale erste Jahreshälfte hinter sich, klagt Martin Kessler, Chef der traditionsreichen Werkzeugbau-Firma Kessler im Grenzdorf Trasadingen. «Wir kommen nicht mehr aus den roten Zahlen heraus. Der Umsatz ist um ein Drittel eingebrochen», berichtet Kessler dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Kleine Konkurrenten sind mobiler

Kessler musste handeln: Weniger Mitarbeiter, Kurzarbeit und - seit Kurzem - auch noch eine längere Wochenarbeitszeit und Lohnkürzungen sind die harten Massnahmen, um dem Abwärtsstrudel zu entgehen. Vor allem die kleinen Handwerksbetriebe, Maler, Gipser oder Teppichleger leiden insofern unter dem starken Franken, als die Konkurrenz von ennet der deutschen Grenze besonders stark ist. «Diese Handwerker haben wenig Arbeitsmaterial zu transportieren und sind deshalb mobiler», erklärt Walter Schnelli, Chef einer grösseren Schaffhauser Baufirma.

Schnelli stellt aber auch fest, dass bei weitem nicht alle Baufirmen leiden. Vor allem das Bauhauptgewerbe spüre die Konkurrenz kaum, da Firmen, die mit grossen Baumaschinen arbeiteten, einen kleineren Radius hätten.

Anders wiederum die Gastronomie und die Hotellerie. Viele Schweizer übernachten lieber in Deutschland: «Die Übernachtungszahlen in den Hotels sind um 10 bis 20 Prozent gefallen», sagt Beat Hedinger von Schaffhauserland Tourismus.