Georg Fischers Kampf mit dem starken Franken

Weniger Umsatz, weniger Gewinn: Der starke Franken vermiest dem Schaffhauser Industriekonzern Georg Fischer die Halbjahresbilanz. Und dies, obwohl die Angestellten bereits mehr arbeiten für den gleichen Lohn.

Ein Durcheinander aus Plastikrohren.

Bildlegende: Produkte wie diese Kunststoffsilos, die GF in Schaffhausen herstellt, sind seit Januar schwieriger zu verkaufen. zvg

Der starke Franken macht Georg Fischer zu schaffen. Der Umsatz sank im ersten halben Jahr 2015 um 4 Prozent auf 1,802 Milliarden Franken. Beim Gewinn verzeichnete Georg Fischer einen Rückgang um 4 Millionen auf 128 Millionen Franken. Allein im Januar, als die Schweizer Nationalbank bekannt gab, den Frankenkurs nicht mehr zu stützen, kostete die Aufwertung Georg Fischer 10 Millionen Franken.

Ohne Einmaleffekte sei der Gewinn um 5 Prozent gestiegen, betont Georg Fischer in seiner Medienmitteilung. Und: Ohne die Massnahmen, welche der Konzern ergriffen habe, sähen die Zahlen noch schlechter aus. Eine dieser Massnahmen betrifft die Angestellten. Sie arbeiten seit März pro Woche vier Stunden mehr - zum gleichen Lohn.

Generelle Verunsicherung - aber Aussicht auf Besserung

Der plötzliche Anstieg des Frankens habe die Schweizer Kunden generell verunsichert und auf dem Heimmarkt zu einem Rückgang der Aufträge und deren Margen geführt, schreibt GF. Auch die Exportgeschäfte in die Eurozone hätten trotz Kursabsicherungen geringere Margen gebracht.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Industriekonzern ein ähnliches Ergebnis wie in den ersten sechs Monaten. Das Jahresresultat dürfte im Bereich des Vorjahres liegen, prognostizierte GF. Denn die Stimmung in den relevanten Märkten habe sich verbessert.