Goldküste: Viele Hürden für eine bezahlbare Wohnung.

Erschwingliche Wohnungen sind für Normalverdienende am rechten Ufer des Zürichsees kaum mehr zu finden. Nun geben die Gemeinden an der Goldküste Gegensteuer und bauen Wohnungen für den Mittelstand. Die «richtigen» Mieter zu finden ist aber nicht einfach, denn die Mietbedingungen sind streng.

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Goldküste baut für Normalverdiener

5:10 min, aus Schweiz aktuell vom 18.6.2014

Immer mehr Normalverdiener an der Goldküste müssen wegziehen und sich anderswo nach bezahlbarem Wohnraum umschauen. Auch die Werbeplanerin Kerstin Dittmar aus Meilen dachte bis vor kurzem über einen Wegzug nach. Seit der Geburt ihres Sohnes suchte sie zusammen mit ihrem Partner vergeblich nach einer grösseren Wohnung. «Die Wohnungen in Meilen waren entweder zu klein oder nicht bezahlbar.» Doch nun können sie doch bleiben. Möglich gemacht hat dies das Projekt «Dollikon».

Einen Katzensprung vom Zürichsee entfernt hat die Gemeinde ein Stück Land an eine Baugenossenschaft verpachtet. Diese realisierte darauf eine Überbauung mit 25 Wohnungen, exklusiv reserviert für den Mittelstand.

Der «richtige» Mieter muss strenge Anforderungen erfüllen

An Interessenten für die günstigen Wohnungen mangelt es zwar nicht, doch die Gemeinde ist bei der Auswahl der Mieter streng. Einziehen darf nur, wer die Vermietungsrichtlinien erfüllt und zeigen kann, dass er wirklich zum Mittelstand gehört. Konkret müssen die Mieter ihre Steuerdaten offenlegen, da für das Einkommen Obergrenzen gelten, die nicht überschritten werden dürfen.

Ausserdem müssen die Mieter akzeptieren, dass für die Wohnungen eine Mindestbelegung gilt: Für eine 4,5 Zimmer-Wohnung zum Beispiel braucht es mindestens 3 Personen. Und weil die Gemeinden vor allem ihren eigenen Mittelstand unterstützen wollen, müssen die potentiellen Mieter belegen können, dass sie aus Meilen sind oder zumindest einen Bezug zur Gemeinde haben, weil sie zum Beispiel im Ort arbeiten oder in der Gemeinde aufgewachsen sind.

Behörden bleiben hart

Ähnliche Bauprojekte gibt es auch in Erlenbach und Küsnacht. Auch dort erweisen sich die Mietreglemente als Bremsklötze. So droht in Küsnacht zum Beispiel die Kündigung, sollte man plötzlich mehr verdienen als erlaubt. Die Gemeindebehörden halten dennoch an den Auflagen fest. «Das sind wir den Steuerzahlern der Gemeinde schuldig», argumentiert zum Beispiel die zuständige Gemeinderätin Nicole Lauener (CVP). Schliesslich sei es ein Projekt, das mit öffentlichen Mitteln realisiert werde.